Nassos hat geschrieben:
Das Ehrenprimat gilt interjurisdiktionell. Er kann aber auch innerhalb seiner Jurisdiktion nicht unfehlbar sein (ja gut, dann wäre es ja kein Zurückkehren).
Jepp. Universaljurisdiktion (die ich auch zurückweise) und Unfehlbarkeit (ebenfalls) sind ja zwei paar Schuhe, auch wenn sie zugleich dogmatisiert wurden (1870).
Nassos hat geschrieben:
Aber wenn ich sehe, wie sehr die Leute ihren Glauben lieben und stelle mir vor, wir sind alle zusammen in der Einen Heiligen Apostolischen und Katholischen Kirche - Mensch, ich krieg da ganz butterweiche Knie.
Das geht mir genauso! Aber es ist ganz recht, daß die orthodoxen Bischöfe beim theologischen Dialog fragen: "Wie sieht es bei euch in den Gemeinden aus?". (Das Zitat steht im RKK-OK Thread, war beim AKK-OK Dialog genauso gestellt worden), denn wenn es zur Wiedervereinigung kommt, müssen die orthodoxen Hirten ihre "Schäfchen" ja auch guten Gewissens in die regulären westlichen Jurisdiktionen entlassen können. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt, selbst wenn sich das Wunder einer Bekehrung des Papstes ereignen würde.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
ad-fontes hat geschrieben:Ohne vorgreifen zu wollen, müßte bei einer Rückkehr des Bischofs von Rom in die katholische Kirche
ad-fontes hat geschrieben:selbst wenn sich das Wunder einer Bekehrung des Papstes ereignen würde.
Fishing for flames?
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
ad-fontes hat geschrieben:Ohne vorgreifen zu wollen, müßte bei einer Rückkehr des Bischofs von Rom in die katholische Kirche
ad-fontes hat geschrieben:selbst wenn sich das Wunder einer Bekehrung des Papstes ereignen würde.
Fishing for flames?
Aber echt jetzt!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Patriarchen der orth. Kirchen sich ein Wunder der Bekehrung erwarten würden.
Ich denke eher, die reden Tacheles.
Nassos hat geschrieben:Ich tendiere auch dazu, Allons' Aussage als augenzwinkernd aufzufassen...
Ich nehme sie natürlich toternst, glaube aber eher, daß er Baha'i wird (das ist so schön synkretistisch und viel chicker als Buddhismus. Buddhismus ist sooo 1990s)
Gruß
Joseph
We are drowning in information and starving for knowledge.
Nassos hat geschrieben:Ich tendiere auch dazu, Allons' Aussage als augenzwinkernd aufzufassen...
Ich nehme sie natürlich toternst, glaube aber eher, daß er Baha'i wird (das ist so schön synkretistisch und viel chicker als Buddhismus. Buddhismus ist sooo 1990s)
ad-fontes hat geschrieben:Ohne vorgreifen zu wollen, müßte bei einer Rückkehr des Bischofs von Rom in die katholische Kirche
ad-fontes hat geschrieben:selbst wenn sich das Wunder einer Bekehrung des Papstes ereignen würde.
Fishing for flames?
Dabei wäre es doch so einfach: Der Papst braucht sich nur auf die orthodoxen Wurzeln seiner Kirche besinnen, den unverkürzten katholischen Glauben bekennen, die klitzkleinen Hinzufügungen von 1854, 1870 und 1950 dem Vergessen anheim stellen (was ihren dogmatischen Charakter betrifft), die (alt-)kirchliche Ordung samt Liturgie wiederherstellen und zu guter Letzt um die Gemeinschaft mit den (dann) Mitbrüdern im Bischofsamt bitten.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Das ist undenkbar (abgesehen von der falschen Voraussetzung dieses Gedankens). Vaticanum I wäre weder zurücknehmbar noch korrigierbar. Vaticanum II ist anders, aber auch sehr problematisch.
Das Dogma der unbefleckten Empfängnis genau so. Da gibt es nichts zu korrigieren oder zu vergessen.
Es ist absurd anzunehmen, die katholische Kirche habe einen verkürzten Glauben. (OK, nach dem II. Vaticanum würde ich das nicht mehr bei meinem Leben beschwören.)
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
cantus planus hat geschrieben:
Es ist absurd anzunehmen, die katholische Kirche habe einen verkürzten Glauben.
Doch. Verkürzung durch Verfransung.
cantus planus hat geschrieben:
Das Dogma der unbefleckten Empfängnis genau so. Da gibt es nichts zu korrigieren oder zu vergessen.
Der einzig unbefleckt Empfangene hat Maria im Moment seiner Empfängnis - als er in ihrem Schoß Wohnung nahm - in allen Aspekten ihres Seins ganz geheiligt. Sie - Evas Tochter - wurde durch diesen göttlichen Gnadenakt zur Gepriesenen, zur Allheiligen.
Einen früheren Zeitpunkt - den Moment ihrer eigenen Empfängnis - anzunehmen, ist theologische Spekulation; eine fromme Meinung, mehr nicht.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
cantus planus hat geschrieben:
Es ist absurd anzunehmen, die katholische Kirche habe einen verkürzten Glauben.
Doch. Verkürzung durch Verfransung.
cantus planus hat geschrieben:
Das Dogma der unbefleckten Empfängnis genau so. Da gibt es nichts zu korrigieren oder zu vergessen.
Der einzig unbefleckt Empfangene hat Maria im Moment seiner Empfängnis - als er in ihrem Schoß Wohnung nahm - in allen Aspekten ihres Seins ganz geheiligt. Sie - Evas Tochter - wurde durch diesen göttlichen Gnadenakt zur Gepriesenen, zur Allheiligen.
Einen früheren Zeitpunkt - den Moment ihrer eigenen Empfängnis - anzunehmen, ist theologische Spekulation; eine fromme Meinung, mehr nicht.
Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Ich bin ... felsenfest davon überzeugt, dass das eher kein Problem wäre.
cantus planus hat geschrieben:
Es ist absurd anzunehmen, die katholische Kirche habe einen verkürzten Glauben.
Doch. Verkürzung durch Verfransung.
cantus planus hat geschrieben:
Das Dogma der unbefleckten Empfängnis genau so. Da gibt es nichts zu korrigieren oder zu vergessen.
Der einzig unbefleckt Empfangene hat Maria im Moment seiner Empfängnis - als er in ihrem Schoß Wohnung nahm - in allen Aspekten ihres Seins ganz geheiligt. Sie - Evas Tochter - wurde durch diesen göttlichen Gnadenakt zur Gepriesenen, zur Allheiligen.
Einen früheren Zeitpunkt - den Moment ihrer eigenen Empfängnis - anzunehmen, ist theologische Spekulation; eine fromme Meinung, mehr nicht.
Nassos hat geschrieben:Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Ich bin ... felsenfest davon überzeugt, dass das eher kein Problem wäre.
Gruß,
Nassos
Jeder Orthodoxe müßte eigentlich mühelos nachvollziehen können, daß ein definiertes Dogma irreversibel ist.
Die einzige vorstellbare Möglichkeit wäre, daß der Papst (am besten in Einheit mit einem tatsächlich ökumenischen Konzil) zu der sicheren Erkenntnis kommt, daß das betreffende Dogma gar nicht verbindlich definiert wurde, etwa weil gewisse rechtliche Voraussetzungen nicht gegeben waren.
Nassos hat geschrieben:Ich tendiere auch dazu, Allons' Aussage als augenzwinkernd aufzufassen...
Da soll noch einer sagen, die Orthodoxie sei nicht tendenziös, ernsthafterweise verwehre ich mich gegen jegliche Rezeption ohne Augenzwinkern, darum setze ich es wohl fälschlicherweise gelegentlich voraus statt immer denselben Smiley zu bemühen. Danke Dir also für die Klarstellung und Grüße, Allons!
Allons hat geschrieben:Da soll noch einer sagen, die Orthodoxie sei nicht tendenziös, ernsthafterweise verwehre ich mich gegen jegliche Rezeption ohne Augenzwinkern, darum setze ich es wohl fälschlicherweise gelegentlich voraus statt immer denselben Smiley zu bemühen. Danke Dir also für die Klarstellung und Grüße, Allons!
Nassos hat geschrieben:Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Ich bin ... felsenfest davon überzeugt, dass das eher kein Problem wäre.
Gruß,
Nassos
Jeder Orthodoxe müßte eigentlich mühelos nachvollziehen können, daß ein definiertes Dogma irreversibel ist.
Die einzige vorstellbare Möglichkeit wäre, daß der Papst (am besten in Einheit mit einem tatsächlich ökumenischen Konzil) zu der sicheren Erkenntnis kommt, daß das betreffende Dogma gar nicht verbindlich definiert wurde, etwa weil gewisse rechtliche Voraussetzungen nicht gegeben waren.
Lieber taddeo,
das wäre in der Tat fein.
Doch es hängt davon ab, wer das Dogma definiert hat. Basierte dies auf dem päptstlichen Primat, und dieses würde fallengelassen, dann sähe ich kein Problem in der Reversibilität der unbefleckten Empfängnis.
Nassos hat geschrieben:Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Au fein, Nassos beginnt einen Wunschzettel. Laß mich raten: Wird er zwei Meter fünfzig lang?
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Nassos hat geschrieben:Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Ich bin ... felsenfest davon überzeugt, dass das eher kein Problem wäre.
Jeder Orthodoxe müßte eigentlich mühelos nachvollziehen können, daß ein definiertes Dogma irreversibel ist.
Die einzige vorstellbare Möglichkeit wäre, daß der Papst (am besten in Einheit mit einem tatsächlich ökumenischen Konzil) zu der sicheren Erkenntnis kommt, daß das betreffende Dogma gar nicht verbindlich definiert wurde, etwa weil gewisse rechtliche Voraussetzungen nicht gegeben waren.
Lieber taddeo,
das wäre in der Tat fein.
Doch es hängt davon ab, wer das Dogma definiert hat. Basierte dies auf dem päptstlichen Primat, und dieses würde fallengelassen, dann sähe ich kein Problem in der Reversibilität der unbefleckten Empfängnis.
Lieber Nassos, dieselbe Autorität, die das Dogma der unbefleckten Empfängis definiert hat, hat auch das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes definiert. Daher ist Deine Überlegung abwegig.
Gruß
Sempre
Multi venient in nomine meo, id est in nomine corporis mei. (Tichonius Africanus) ——— Quomodo facta est meretrix civitas fidelis (Is 1:21)
Nassos hat geschrieben:Hallo cantus,
Angenommen, das Primat würde fallen gelassen, wo läge dann die Schwierigkeit die unbefleckte Empfängnis ebenfalls fallen zu lassen?
Ich bin ... felsenfest davon überzeugt, dass das eher kein Problem wäre.
Gruß,
Nassos
Jeder Orthodoxe müßte eigentlich mühelos nachvollziehen können, daß ein definiertes Dogma irreversibel ist.
Die einzige vorstellbare Möglichkeit wäre, daß der Papst (am besten in Einheit mit einem tatsächlich ökumenischen Konzil) zu der sicheren Erkenntnis kommt, daß das betreffende Dogma gar nicht verbindlich definiert wurde, etwa weil gewisse rechtliche Voraussetzungen nicht gegeben waren.
Ohne jetzt den Kirchenrechtlern auf die Füße treten zu wollen: ein Dogma, dass anderthalb Jahrhunderte als solches angenommen wurde, kann man nicht einfach aufgrund juristischer Winkelzüge fallenlassen. Es wäre nämlich noch immer äußerst gewichtig. Siehe die quasidogmatische Verneinung der Frauenweihe. Da muss man nichts mehr dogmatisieren, weil eine viel zu lange Tradition dagegen spricht.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Ich frage mich manchmal, wo "Sempre" sein theologisches Wissen her hat. Im reinen römischen Fahrwasser der Tradition ist es mal nicht anzusiedeln...
Aber wenn es um so römisch-kirchenrechtliche Dinge geht wie jene Angelegenheit der Unfehlbarkeit, soll es mir egal sein.
Gruß, G.
"Her, denke an mui, wenn diu met duinem Ruike kümmes." (Lk 23,42)
Ne, dat eine war ein sog. "ökumenisches Konzil"; das andere - 1854 - war der Papst in Person.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)