Der Bahnhof ist dafür gebaut, um in Züge einzusteigen und anschließend abfahren zu können!Bernado hat geschrieben:Es ist Bahnhof.
Das bestreite ich auf das Entschiedenste!Bernado hat geschrieben:Ein Spiel mit Worten.
Der Bahnhof ist dafür gebaut, um in Züge einzusteigen und anschließend abfahren zu können!Bernado hat geschrieben:Es ist Bahnhof.
Das bestreite ich auf das Entschiedenste!Bernado hat geschrieben:Ein Spiel mit Worten.
Danke, hat sich schon erledigt, das war die erhoffte Antwort.Altisländisch und Neuisländisch unterscheiden sich in dieser Hinsicht morphologisch nicht. Altisländisch unterscheidet sich in dieser Hinsicht auch nicht vom Altnorwegischen, vom Altschwedischen und Altgutnischen.
Viele weitere gibt es nicht, das ist so ziemlich das Äußerste, an das ich mich auch selbst halte.Und ich nehme an, auf der Folter der Lebensrealität würdest Du Dir noch weitere Zugeständnisse abpressen lassen.
Ja, der Sinn ist klar. Ich halte die Behauptung für unzutreffend, dass es im Lateinischen keine Bedeutungsverschiebungen mehr gebe, habe aber momentan keine Möglichkeiten, mein Unbehagen mit Fakten zu unterfüttern.Berolinensis hat geschrieben:Bis eine konkrete Frage gestellt wird, sehe ich keinen Anlaß zu antworten. M.E. ist der Sinn meiner Aussage klar,
Guck doch einfach mal in ein Schulwörterbuch, bei welchen Wörtern der Vermerk: unklassisch, mittellateinisch, spätlateinisch, nachklassisch etc. steht.Berolinensis hat geschrieben:Bis eine konkrete Frage gestellt wird, sehe ich keinen Anlaß zu antworten. M.E. ist der Sinn meiner Aussage klar, wenn ihr anderer Meinung seid - oder in Roberts sensibler Ausdrucksweise das für "Quatsch" haltet -, ist das euer gutes Recht, aber ich muß nicht über jedes Stöckchen springen. Das ist übrigens eine der Begründungen für den Gebrauch des Lateinischen in der Kirche, den man in jedem Gebet- und/oder Gesangbuch bis zum Konzil findet.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Den Fragezeichen schließe ich mich an, denn die Aussage ist in beiden Teilen Quatsch. (Außer man ginge von einer, freilich ohnehin absterbenden, sterilen Schulwörterbuch-Latinität aus; da stimmte dann wenigstens der zweite Teil.)lifestylekatholik hat geschrieben:Berolinensis hat geschrieben:Genau das ist ja einer der Vorteile des Lateinischen, da es dort keine Bedeutungsverschiebungen mehr gibt.
Bernado hat geschrieben:Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, daß Du die Möglichkeit oder zumidnest Soinnhaftigkleit eines Studiums vieler, wenn nicht der meisten Disziplinen an den meisten, wenn nicht allen Universitäten, für Katholiken insgesdamt in Frage stellst bzw. ausschließt?
Bischof Williamson hat geschrieben:
ELEISON KOMMENTARE CLVIII. (24. Juli 2010) : ,,UNIVERSITÄTS"-ÖDLAND
Als ich vor einigen Jahren schrieb, daß junge Frauen nicht an die Universität gehen sollen, war eine ganze Reihe von Lesern bestürzt. Doch wenn ich heute einem jungen Professor zuhöre, der bis vor kurzem sechs Jahre lang an einer englischen ,,Universität" (was nicht das gleiche ist wie eine echte Universität!) englische Literatur lehrte, so sollte ich inzwischen wohl hinzufügen, daß auch junge Männer nicht an die Universität gehen sollen! Oder wenigstens sollten sie sehr genau nachdenken, bevor sie gehen; und auch ihre Eltern sollten sehr genau darüber nachdenken, bevor sie die teuren Studiengebühren ausgeben. Nun folgt der Reihe nach, was dieser Professor beobachtet hat, welche Ursachen er dafür sieht und welche Heilmittel er vorschlägt.
An der ,,Universität", an der er lehrte, bemerkte er weder ein Streben nach Wahrheit, noch eine Ausbildung zur Wahrheit hin. ,,Die Sprache ist nur noch ein Spiel", sagt er, ,,welches von der Realität losgelöst ist und welches seine eigenen Machwerke produziert. Den Studenten wird das Gefühl vermittelt, daß alles relativ ist und daß es keine Maßstäbe, keine Werte, weder ein moralisches Rahmenwerk noch einen moralischen Bezug gibt. Die Wissenschaften sind mit einem Evolutionismus verdorben, der die ,,Wissenschaft" und die Religion gegeneinander ausspielt. Die ,,Geisteswissenschaften" werden durch eine freud'sche Auslegung dazu degradiert, alles zu sexualisieren. Die Professoren erzählen den Studenten tatsächlich, daß sie ein ,,Sexualleben" haben sollen, weil ,,es ihnen wohltut". Diese ,,Universitäten" werben mit ihrem Nachtleben und preisen beinahe die Sünde gegen die Natur. Sie sind vollkommen sexualisiert."
,,Viele der Professoren erkennen zwar, daß ein grundlegendes Problem vorliegt, aber dennoch spielen viele von ihnen bei diesem Spiel einfach weiterhin mit. Diese ganzen Professoren ,,marx-isieren" oder sind schlechthin Marxisten. Sie lehren auf eine Weise, als ob jegliche Autorität erstickend und jede Tradition unterdrückend sei. Die Evolution beherrscht das gesamte Feld. Zwar sehnen sich mehr Studenten, als man annehmen würde, nach etwas Anderem, aber sie suchen nicht länger an ihrer ,,Universität" nach der Wahrheit. Wenn sie einen ,,Abschluß" wollen, dann nur, um eine Arbeitsstelle zu bekommen; und wenn sie einen guten ,,Abschluß" wollen, dann nur, um eine besser bezahlte Stelle zu erhalten. Selten diskutieren sie über ein Gedankengut."
Was sind nun aber die Ursachen dafür, daß die Universitäten in reine Gebrauchs-,,Verarbeitungsmaschinen" für Informationen verwandelt wurden, welche lediglich dem etablierten System dienen? Der Professor antwortet: ,,Der Hauptgrund ist der Verlust Gottes, als Ergebnis eines jahrhundertelangen Krieges gegen die Menschwerdung Christi. Folglich bedeutet die Ausbildung nicht mehr länger ein Bereitstellen von Wahrheit oder Moral, nach welcher man leben kann, sondern die Ausbildung dient nur noch dem Entwickeln der eigenen Möglichkeiten, um anders und besser zu sein als jeder andere. Das von der aufgegebenen Wahrheit hinterlassene Vakuum wird dann durch Popkultur und die Frankfurter Schule gefüllt, die zur Abschaffung jeglicher Autorität führen. Das vom abgestreiften Gott hinterlassene Vakuum wird vom Staat gefüllt, welcher die ,,Universitäten" lediglich als Quelle für Technokraten und Techniker benutzt. Etwas Absolutes ist nicht mehr von Interesse - mit der Ausnahme von absolutem Skeptizismus."
Als Heilmittel empfiehlt der Professor: ,,Diese ,,Universitäten" können der Falle, in welche sie gerieten, kaum mehr entkommen. Um etwas gewiß Nützliches zu lernen, sollte der junge Mann lieber daheim bleiben, mit einem Priester sprechen oder Exerzitien besuchen. Gläubige Katholiken müssen die Dinge selber in die Hand nehmen und sich zusammenschließen, um eigene Institutionen aufzubauen; angefangen vielleicht mit Sommerschulen. Die Geisteswissenschaften müssen wiederhergestellt werden, weil sie von den Grundlagen der menschlichen Existenz handeln und davon, was richtig, gut und wahr ist. Die Naturwissenschaften, weil spezifisch und verzweigt, müssen sekundär bleiben. Sie dürfen keinen Vorrang vor den Geisteswissenschaften haben. Mögen die Eltern ihre Burschen auf diese ,,Universitäten" schicken - jedoch nur, damit sie später eine Arbeitsstelle bekommen, aber nicht, um etwas wirklich Nützliches zu lernen."
,,Der Verlust Gottes" - damit ist alles gesagt.
Kyrie eleison.
Hast du auch was gegen den Inhalt des Textes beizutragen?Juergen hat geschrieben:Du solltest vielleicht nicht so viele Holocaustleugnertexte lesen.
Nun gut, dann muß ich das sagen, was zu sagen TdA mir dankenswerterweise erspart hat: ich halte diese Denkweise für einen Ausdruck von Sektierertum. Und von Unkenntnis obendrein: Unsere "Geisteswissenschaften/Humanities" sind zwar in einem schlechten Zustand, aber so schlecht, daß man sie pauschal derartig abtun könnte, sind sie nun auch wieder nicht.Marion hat geschrieben:Bernado hat geschrieben:Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, daß Du die Möglichkeit oder zumidnest Soinnhaftigkleit eines Studiums vieler, wenn nicht der meisten Disziplinen an den meisten, wenn nicht allen Universitäten, für Katholiken insgesdamt in Frage stellst bzw. ausschließt?Bischof Williamson hat geschrieben:ELEISON KOMMENTARE CLVIII. (24. Juli 2010) : ,,UNIVERSITÄTS"-ÖDLAND
Gott kann nicht verloren gehen, mithin ist noch längst nicht alles gesagt!Bischof Williamson hat geschrieben:,,Der Verlust Gottes" - damit ist alles gesagt.
Auch das stimmt nicht - oder bestenfalls nur dann, wenn man mit seiner Begriffsbildung in den lertzten Jahren des 19. Jahrhunderts stehengeblieben ist. Tatsächlich ist das gegenwärtige Denken - darin mag man zu Recht Auswirkungen eines allgegenwärtigen Relativismus erkennen - sehrt stark ekklektizistisch und systemfeindlich. Vom Marxismus sind nur noch Spurenelemente (eine allgemeine Sympathie für das, was man für die Arbeiterklasse hält) übriggeblieben, und was den Darwinismus betrifft, wird das sehr gut dadurch illustriert, daß die Feuilletons zwar kürzlich begeistert das Darwin-Jahr gefeiert haben, jetzt aber Sarrazin entrüstet darwinistisches Denken vorwerfen.Thomas_de_Austria hat geschrieben:Mit Marxismus und Darwinismus als einflussreiche Ideologien an den Universitäten liegt er schon eher richtig; diese Strömungen sind wirklich recht stark vertreten (natürlich variiert das je nach Studienrichtung und -ort auch erheblich). Wobei sich "Naturalisten" und Marxisten in vielen Fällen auch gegenseitig nicht ganz grün sind ....
Darum geht es doch überhaupt nicht, daß das Lateinische früher Veränderungen unterworfen war, ist doch sonnenklar, es geht um heute.Juergen hat geschrieben:Guck doch einfach mal in ein Schulwörterbuch, bei welchen Wörtern der Vermerk: unklassisch, mittellateinisch, spätlateinisch, nachklassisch etc. steht.
Na ja, dem kann ich nicht zustimmen, da habe ich anderes gesehen unter Studenten und auch Dozenten (bei weitem nicht allen, aber ausreichend); da wird sehr wohl nicht unsystematisch eine marxistische Linie gefahren (nur nicht so sehr Marxismus-Leninismus, sondern Trotzkismus bzw. noch andere, gesellschaftlich "verträglichere Varianten" desselben).Vom Marxismus sind nur noch Spurenelemente (eine allgemeine Sympathie für das, was man für die Arbeiterklasse hält) übriggeblieben, und was den Darwinismus betrifft, wird das sehr gut dadurch illustriert, daß die Feuilletons zwar kürzlich begeistert das Darwin-Jahr gefeiert haben, jetzt aber Sarrazin entrüstet darwinistisches Denken vorwerfen.
Natürlich gibt es derlei Änderungen/Erweiterungen auch heute.Berolinensis hat geschrieben:Darum geht es doch überhaupt nicht, daß das Lateinische früher Veränderungen unterworfen war, ist doch sonnenklar, es geht um heute.Juergen hat geschrieben:Guck doch einfach mal in ein Schulwörterbuch, bei welchen Wörtern der Vermerk: unklassisch, mittellateinisch, spätlateinisch, nachklassisch etc. steht.
Bitte, nur zu, bringe du als lateinischer Muttersprachler ruhig ein Beispiel.Juergen hat geschrieben:Natürlich gibt es derlei Änderungen/Erweiterungen auch heute.Berolinensis hat geschrieben:Darum geht es doch überhaupt nicht, daß das Lateinische früher Veränderungen unterworfen war, ist doch sonnenklar, es geht um heute.Juergen hat geschrieben:Guck doch einfach mal in ein Schulwörterbuch, bei welchen Wörtern der Vermerk: unklassisch, mittellateinisch, spätlateinisch, nachklassisch etc. steht.
Nun hast Du aber mit einem Trick die Dinge völlig verdreht: Veränderung - Erweiterung kann man in keiner Weise vergleichen. Die planmäßige bewußte Entwicklung (exoaktiv) eines modernen Vokabulars für Latein steht auf einem ganz anderen Blatt. Ob das sinnvoll und produktiv ist, steht hier nicht zur Debatte. Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Termionologie nach Denkschulen, Disziplinen und teilweise auch nach Orten, aber das erfolgt stets im Rahmen fest gefügter institutionell außersprachlich fundierter Denksysteme und nicht mehr nach den (manchmal chaotischen) Regeln der Sprachentwicklung.Juergen hat geschrieben:televisifica
Da hat es einmal einer schön beschrieben.Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt.
Glaube ich nicht.Bernado hat geschrieben:Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt.
Kannst Du das bitte näher erläutern? Mich interessiert es nämlich sehr.lifestylekatholik hat geschrieben:Glaube ich nicht.Bernado hat geschrieben:Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt.
Bernado hat eine Behauptung aufgestellt, ohne eine Begründung, die mich überzeugt hat.Thomas_de_Austria hat geschrieben:Kannst Du das bitte näher erläutern? Mich interessiert es nämlich sehr.lifestylekatholik hat geschrieben:Glaube ich nicht.Bernado hat geschrieben:Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt.
Thomas_de_Austria hat geschrieben:Und "Benutzung" heißt hier konkret? Der aktive Gebrauch (denn beim z. B. reinen Übersetzen klass. Texte, wird sich an der lat. Sprache eher wenig verändern)?
?Nee, ich auch nicht. Das ist definitiv verkehrt. Der von Thomas angesprochene „Renaissance-Humanismus“ selber, vor welchem ihm zufolge »zuletzt … größere, semantische Verschiebungen/Änderungen« stattgefunden haben sollen, brachte ja ganz erhebliche Änderungen mit sich. Das kennzeichnet ihn ja geradezu. Und da machte die Sprachentwicklung auch nicht halt. Das geschah eigentlich erst mit dem Absterben der Sprache, als man aufhörte, die Alumnen zu Sprechern zu erziehen, ihnen also aktive Sprachkompetenz zu vermitteln. Das hat sich im 20. Jahrhundert vollzogen. Danach bleibt im wesentlichen nur noch, was ich oben »sterile Schulwörterbuch-Latinität“ nannte. Das halte ich nun freilich keineswegs für »einen der Vorteile des Lateinischen«, wie Berolinensis es oben nannte, sondern für eine letale Krankheit.lifestylekatholik hat geschrieben:Glaube ich nicht.Bernado hat geschrieben:Tatsache ist, daß die Semiotik des Lateinischen vor weit über 1000 Jahren terminologisch geronnen ist und es seitdem keine natürwüchsige Entwicklung (endoaktiv) mehr gibt.
Aus zwei Gründen war das für die verschiedenen Zweige der lateinischen Sprache ab der Zeit, in der sie niemand mehr als Muttersprache erlernte, anders:lifestylekatholik hat geschrieben:Ich stelle jetzt ebenfalls eine Behauptung auf:
Eine Sprache wird in ihrer Benutzung verändert.
Ich sehe keinen Grund, warum das im Latein anders sein sollte.
Das betrifft den Bereich Fachsprache. Dass es auch da Bedeutungswandel über die Jahrhunderte entsprechend den verschiedenen Systemen gab, möchte ich nicht ausschließen.Bernado hat geschrieben:Als Wissenschaftssprache diente das Latein der Pflege terminologischer Systeme.
Das Festkleben am Götzen der Muttersprachlichkeit habe ich nie verstanden. Ob ich eine Sprache als erste oder als zweite oder gar erst als dritte Sprache lerne, ist völlig unwichtig, solange ich mir die Sprache zu eigen mache. Normalerweise ist das Kollektiv der Muttersprachler übermächtig und bestimmt daher die Sprachentwicklung. Wenn aber das Kollektiv der Muttersprachler unbedeutend wird oder gar ganz verschwindet, dann wird die Sprachentwicklung vom Kollektiv der Nicht-Muttersprachler getragen (so es denn groß und stabil genug und in ausreichendem Austausch untereinander steht).Bernado hat geschrieben:Weil und sobald Latein nicht mehr als Muttersprache gelernt, sondern schulmäßig erlernt wurde, orientierte man sich nicht nur für das Lexikon, sondern auch für Syntax, Stil und Rhetorik an einem abgeschlossenen Kanon von Vorbildern, die in vielen Bereichen zu Vorlagen oder Schablonen erstarrten.
»Heute« ist aber erst seit ca. 100 Jahren, oder?Berolinensis hat geschrieben:Da kann ich nur nochmal einwerfen - ein Bedeutungswandel in der Zeit, in der Latein noch von einer nennenswerten Zahl von Menschen gesprochen und geschrieben wurde, ist hier nicht bestritten worden. Es geht um heute, da diese Zeit vorbei ist.
Volle Zustimmung. – Was die „gehemmte Formenentwicklung“ betrifft, so wird man teils sogar Hinweise auf die oben besprochene Entwicklung von synthetischer zu analytischer Flexion finden. Einer Bildung sekundärer synthetischer Formen stand jedenfalls schon das Übergewicht der Schriftlichkeit bei der Sprachtradierung entgegen, wie überhaupt aus demselben Grund eine Entwicklung auf der Ebene der Morphologie der einzelnen Wörter kaum stattfinden konnte, abgesehen von Neologismen und weiteren einzelnen Wörtern (z. B. analoge Ergänzung ursprünglich defektiver Flexion o. ä.).lifestylekatholik hat geschrieben:Das betrifft den Bereich Fachsprache. Dass es auch da Bedeutungswandel über die Jahrhunderte entsprechend den verschiedenen Systemen gab, möchte ich nicht ausschließen.Bernado hat geschrieben:Als Wissenschaftssprache diente das Latein der Pflege terminologischer Systeme.
Tatsächlich war Latein aber vor allem auch Literatursprache im weitesten Sinne (nicht zu vergessen der mündliche Gebrauch).
Das Festkleben am Götzen der Muttersprachlichkeit habe ich nie verstanden. Ob ich eine Sprache als erste oder als zweite oder gar erst als dritte Sprache lerne, ist völlig unwichtig, solange ich mir die Sprache zu eigen mache. Normalerweise ist das Kollektiv der Muttersprachler übermächtig und bestimmt daher die Sprachentwicklung. Wenn aber das Kollektiv der Muttersprachler unbedeutend wird oder gar ganz verschwindet, dann wird die Sprachentwicklung vom Kollektiv der Nicht-Muttersprachler getragen (so es denn groß und stabil genug und in ausreichendem Austausch untereinander steht).Bernado hat geschrieben:Weil und sobald Latein nicht mehr als Muttersprache gelernt, sondern schulmäßig erlernt wurde, orientierte man sich nicht nur für das Lexikon, sondern auch für Syntax, Stil und Rhetorik an einem abgeschlossenen Kanon von Vorbildern, die in vielen Bereichen zu Vorlagen oder Schablonen erstarrten.
Die Formenentwicklung im Latein war gehemmt, aber die Entwicklung der Bedeutungsweite der einzelnen Lexeme doch wohl kaum. Man lese doch nur spätmittelalterliche lateinische Erzählungen aus der Zeit, bevor die Humanisten das Latein verdarben und vergleiche das mit Literatur aus klassischer Zeit. Der Unterschied springt einen doch an.
Genau.lifestylekatholik hat geschrieben:»Heute« ist aber erst seit ca. 100 Jahren, oder?Berolinensis hat geschrieben:Da kann ich nur nochmal einwerfen - ein Bedeutungswandel in der Zeit, in der Latein noch von einer nennenswerten Zahl von Menschen gesprochen und geschrieben wurde, ist hier nicht bestritten worden. Es geht um heute, da diese Zeit vorbei ist.
Was getan?Berolinensis hat geschrieben:aber wie gesagt, haben alle Gebetbücher bis Mitte des 20. Jahrhunderts das getan