Meine derzeitige Privatmeinung:
Die östlichen Kirchen sind im Schisma, nicht in der Häresie. Sie entfernten sich leider aufgrund machtpolitischer Eitelkeiten ihrer damaligen Führer von der westlichen Kirche. (Bei den altorientalische Kirchen ist es noch anders.) Aus dieser Trotzhaltung heraus ergaben sich auch einige Detailunterschiede in der Theologie, die in der folgenden Isolation ausgebaut und verfestigt wurden, denn sie waren ja vom Petrusnachfolger abgeschnitten.
Die Katastrophen, die die westliche Kirche seit dem Ausgang des Mittelalters wiederholt heimsuchten und auszehrten, sind den östlichen Kirchen in dieser Form erspart geblieben. (Sie mussten auch mit Katastrophen fertig werden, die aber anderer Art waren.) Deshalb findet sich in ihnen viel Gesundes, was dem ausgezehrten Leib der westlichen Kirche helfen könnte, wenn die über die Jahrhunderte festzementierte Antihaltung das nicht verhindern würde.
Der englischsprachige
Artikel in der Catholic Encyclopedia beschreibt das meiner Meinung nach ganz gut.
(Ich weiß nicht, ob dieser Strang in diesem Unterforum gut aufgehoben ist, oder ob er nicht vielleicht an der Pforte weniger problematisch wäre.)
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«