Todsünde

Allgemein Katholisches.
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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Hallo roncalli,
roncalli hat geschrieben:Unabsichtlich und unwissentlich kannst du (und niemand) eine Todsünde begehen.
Was ist für dich unabsichtlich und unwissentlich ?
Genügt es - deiner Meinung nach - zu wissen, dass eine Tat Sünde ist oder muss die Erkenntnis, dass es eine Todsünde ist, vorhanden sein ?

Gruß
Angelika

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Angelika hat geschrieben:Hallo roncalli,
roncalli hat geschrieben:Unabsichtlich und unwissentlich kannst du (und niemand) eine Todsünde begehen.
Was ist für dich unabsichtlich und unwissentlich ?
Genügt es - deiner Meinung nach - zu wissen, dass eine Tat Sünde ist oder muss die Erkenntnis, dass es eine Todsünde ist, vorhanden sein ?
Es muss dem Sünder bewusst sein, dass er in schwerwiegender Weise das Sittengesetz verletzt, damit von Todsünde die Rede sein kann. "Eine Todsünde erfordert volle Erkenntnis und volle Zustimmung." (KKK 1859) Das ist die traditionelle (und noch immer gültige) katholische Sicht.

Je deutlicher jemand die Größe einer bösen Handlung erkennt, desto verantwortlicher ist er dafür. Denn: "Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde." (Joh 9,41)

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Es kann den Fall geben, dass sich hinter vordergründig kleinen Verstößen eine bewusste und gewollte Auflehnung gegen Gott verbirgt. Eine solche Auflehnung gegen Gott wird traditionell als todsündlich bewertet.
Vgl. dazu Karl Hörmann, Lexikon der christlichen Moral 1976, Sp. 1529-1544:
Es kann vorkommen, daß der Mensch Kleinigkeiten zum Anlaß nachdrücklicher Auflehnung gegen Gott nimmt; dabei kommt es weniger auf diese Kleinigkeiten als auf die Grundeinstellung des Menschen zu Gott an. Im allg. aber ist eine ganzpersonale Entscheidung gegen Gott nur in Dingen mögl., die ihrer Beschaffenheit nach für die Verwirklichung der sittl. Ordnung (der Liebe) wichtig sind (materia gravis); wer ihre Bedeutung erfaßt hat u. sich frei für sie entscheidet, kommt um schwere Sünde nicht herum.
Zuletzt geändert von roncalli am Montag 20. September 2004, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Danke für die Antwort, roncalli. :)

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Geronimo hat geschrieben:Hier zum Ausgleich fürs Gemüt die Sieben Gaben des Heiligen Geistes:

die Gabe der Weisheit
die Gabe des Verstandes, der Einsicht
die Gabe des Rates
die Gabe der Stärke
die Gabe der Erkenntnis, der Wissenschaft
die Gabe der Frömmigkeit
die Gabe der Furcht des Herrn

Geronimo

Diese Aufzählung gefällt mir schon wesentlich besser.
Wer kann von dieser Aufzählung überhaupt etwas für sich in Anspruch nehmen,ohne dann schon wieder eine [Tod]-Sünde zu begehen?

Gruß,
Elisabeth
Zuletzt geändert von Fichtel-Wichtel am Montag 20. September 2004, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Also Neid ,und dazu gehört doch wohl auch Hass,Missgunst,Eifersucht ?,sind mir völlig fremd. Galt zuhause als das schlimmste Verhalten überhaupt .

Hab eher das Problem net ausdauernd jemand "bös" sein zu können, oder wie man das ausdrücken soll,so etwas halt ich net sehr lang durch, das strengt mich immer so an,daß ich körperlich dann fix und fertig bin,und mich dann sehr elend fühle.
Neige also wie meine Mami zu inkonsequentem Verhalten.(Das hatte sie nur bei Barby-Puppen,Hamstern und Meerschweinchen NICHT .)

Gruß,
Elisabeth
Vermutlich können sich Mütter schon noch am ehesten einiges aus der positiven Aufzählung (Der sieben Gaben des hl.Geistes )rausuchen.

Gruß,
Elisabeth

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Eine interessante und leicht verständliche Katechese zum Thema "Sünde", gehalten von Kardinal Schönborn, findet man hier:

http://stephanscom.at/edw/katechesen/15 ... 02/12/a482

Daraus zitiere ich (im Hinblick auf den Titel unseres Threads) die Passage über dieTodsünde:
"Die Lehre sagt, zur Todsünde gehören drei Elemente: Erstens, dass es wirklich etwas ganz Schwerwiegendes ist, Mord, schwerer Diebstahl, Ehebruch werden normalerweise genannt, Gotteslästerung, Glaubensabfall, eine schwerwiegende Materie sozusagen. Aber zwei weitere Elemente gehören dazu, dass man von Todsünde sprechen kann, die volle Erkenntnis, dass es wirklich etwas so Schweres ist, und noch schwieriger die volle Zustimmung, also der volle freie Wille (KKK 1858-1859). Wo kommt so etwas schon vor? Kommt es vor, dass wir im vollen Wissen um die Schwere einer Tat, die uns aus der Liebe Gottes herausnimmt, die uns trennt von Gott, mit voller Zustimmung und voller Klarheit eine solche Sünde tun? Möglich ist es. 'Die Todsünde ist wie auch die Liebe eine radikale Möglichkeit, die der Mensch in Freiheit wählen kann' (KKK 1861)."

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Warum ist Neid Sünde? :roll:
Kann man seinem Herrn nicht nacheifern? :roll:

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Kordian hat geschrieben:Warum ist Neid Sünde? :roll:
Kann man seinem Herrn nicht nacheifern? :roll:
@ Kordian was,verstehst du denn unter Neid?
Zugegeben es gibt auch noch das Wörtlein Beneiden!

Doch vielleicht meinst du auch Bewundern, oder das Wort Vorbild, wenn du deinem Herrn nacheifern möchtest?

Gruß,
Elisabeth

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Warum ist Neid Sünde? :roll:
Kann man seinem Herrn nicht nacheifern? :roll:
@ Kordian was,verstehst du denn unter Neid?
Zugegeben es gibt auch noch das Wörtlein Beneiden!

Doch vielleicht meinst du auch Bewundern, oder das Wort Vorbild, wenn du deinem Herrn nacheifern möchtest?

Gruß,
Elisabeth
Ich mein eher Neid - Eifersucht.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Du meinst eher Eifer.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Cicero
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Beitrag von Cicero »

Kordian hat geschrieben: Eifersucht.
[OT]
Eifersucht ist
eine Leidenschaft,
die mit Eifer sucht,
was Leiden schafft.
[/OT]

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Kordian hat geschrieben:
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Warum ist Neid Sünde? :roll:
Kann man seinem Herrn nicht nacheifern? :roll:
@ Kordian was,verstehst du denn unter Neid?
Zugegeben es gibt auch noch das Wörtlein Beneiden!

Doch vielleicht meinst du auch Bewundern, oder das Wort Vorbild, wenn du deinem Herrn nacheifern möchtest?

Gruß,
Elisabeth
Ich mein eher Neid - Eifersucht.
@Kordi,wenn du Neid-Eifersucht meinst,dann versteh ich deine Frage nicht vom dem Herrn Nacheifern?
Denn das sind doch völlig verschiedene Angelegenheiten, das Nacheifern ,und das Neiden?
Kannst du das mal etwas genauer erklären,warum das neiden keine Sündes sein soll?

Gruß,
Elisabeth

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Cicero hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben: Eifersucht.
[OT]
Eifersucht ist
eine Leidenschaft,
die mit Eifer sucht,
was Leiden schafft.
[/OT]
Kann man nur zustimmen. Dieses kann man sehr oft heutzutage erleiden, als Opfer von solchen Mitmenschen die mit Eifer der Leidenschaft frönen , mit Eifer anderen Leiden zu verschaffen.

Gruß,
Elisabeth

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:
Kordian hat geschrieben:Warum ist Neid Sünde? :roll:
Kann man seinem Herrn nicht nacheifern? :roll:
@ Kordian was,verstehst du denn unter Neid?
Zugegeben es gibt auch noch das Wörtlein Beneiden!

Doch vielleicht meinst du auch Bewundern, oder das Wort Vorbild, wenn du deinem Herrn nacheifern möchtest?

Gruß,
Elisabeth
Ich mein eher Neid - Eifersucht.
Der Herr sagte selbst, dass er ein eifersüchtiger Gott ist. Warum also darf ich nicht neidisch bzw. eifersüchtig sein?

@Kordi,wenn du Neid-Eifersucht meinst,dann versteh ich deine Frage nicht vom dem Herrn Nacheifern?
Denn das sind doch völlig verschiedene Angelegenheiten, das Nacheifern ,und das Neiden?
Kannst du das mal etwas genauer erklären,warum das neiden keine Sündes sein soll?

Gruß,
Elisabeth

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Ein eifersüchtiger Gott ist bestimmt etwas völlig anderes als ein eifersüchtiger Kordian!
Gib bitte mal die Bibelstelle rüber,ich schau mal im Bibelkommentar nach!

Andere Frage:Wie äußerst sich bei dir denn Neid und Eifersucht Inkubationszeit,Symptome,Verlauf, der kordischen Neid-Eifersucht!

Gruß,
Elisabeth

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Mich interessiert eine Frage, die ich vor einiger Zeit schon mal gestellt habe, auf die ich aber keine Antwort bekam:
Gab es im Laufe der zweitausendjährigen Geschichte der katholischen Kirche Veränderungen bei den Todsünden ?
Also, galt früher mal etwas als Todsünde und heute nicht mehr ?

Gruß
Angelika

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Also Kordian was den eifersüchtigen Gott angeht, den gibt es net,nur den eifernden Gott.Vielleicht hast du noch eine sehr alte Bibelausgabe.
Ich kann mich jedoch erinnern,auch schon vom eifersüchtigen Gott gehört zu haben.In meiner Minikonkordanz findet sich unter dem Begriff Eifersucht jedenfalls kein Eintrag im Zusammenhang mit dem Begriff eifersüchtiger Gott.Jedoch unter dem Begriff Eifer schon so einiges.

Die Frage zu Veränderungen beim Thema der Todsünden finde ich auch sehr interessant.
Wer antwortet bitte darauf? Danke!

Gruß,
Elisabeth

Andreas01
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Beitrag von Andreas01 »

eifersüchtiger Gott
Exodus 20,5
Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott

http://alt.bibelwerk.de/bibel/at/mos2020.htm

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Angelika hat geschrieben:Mich interessiert eine Frage, die ich vor einiger Zeit schon mal gestellt habe, auf die ich aber keine Antwort bekam:
Gab es im Laufe der zweitausendjährigen Geschichte der katholischen Kirche Veränderungen bei den Todsünden ?
Also, galt früher mal etwas als Todsünde und heute nicht mehr ?
Du meinst wohl als schwere Sünde (schwerwiegende Materie).
Nun, das Zinsnehmen ist wohl so ein Fall. Früher strikt verboten, heute erlaubt.

Umgekehrte Fälle: Menschenhandel wird heute wohl in jedem Fall als schwere Sünde gewertet, während in manchen Zeiten Kauf und Verkauf von Sklaven erlaubt war.
Auch die Folter wird heute von der Kirche strikt verworfen, wurde aber lange als gerichtliches Mittel problemlos bejaht.

Nicht in den großen moralischen Prinzipien (Gottes- und Nächstenliebe), wohl aber in den Ableitungen davon, also in den ethische Einzelnormen, hat es im Lauf der Kirchengeschichte schon deutliche Änderungen (oft trotz langer Tradition) gegeben. Ähnliches kann natürlich auch für die Zukunft nicht ausgeschlosen werden.

Die Kirche hat sich m. W. in Einzelnormen bisher kaum oder nie absolut festgelegt, also noch nie Dogmatisierungen vorgenommen.

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Andreas01 hat geschrieben:
eifersüchtiger Gott
Exodus 20,5
Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott

http://alt.bibelwerk.de/bibel/at/mos2020.htm

In der "Lutherbibel" ist jedoch eben bei dieser Stelle vom eifernden Gott die Rede,net vom eifersüchtigen Gott.
In der Bibelausgabe "Die Gute Nachricht in heutigem Deutsch",findet sich weder das Wort eifernd noch das Wort vom eifersüchtigen Gott.
In der Bibelausgabe "Hoffnung für alle"findet sich auch weder das Wort eifernd noch das Wort eifersüchtig.
In der "Herder-Bibel"(von 1965)findet sich wiederum nur das Wort eifernder Gott.

Auch wenn es den eifersüchtigen Gott in 2 Mose20,5 geben sollte,ist das doch keine Begründung für menschliches Verhalten im Sinne von Eifersucht auf alles und jedes was ein anderer kann,tut,besitzt,erwirbt,bekommt.
Und darum ging es doch eigentlich bei der Diskussion um das Wort Eifersucht-Neid, und ob das eine Todsünde ist.Zumal der Inhalt von 2Mose 20,17 das auch noch bestätigt.

2Mose20,17
"Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten.du sollst nicht begehren das weib deines Nächsten,noch seinen Knecht,noch seine Magd,noch sein Rind,noch seinen Esel,noch irgendetwas,was deinem Nächsten gehört."

Diese Bibelstelle besagt doch sehr eindeutig,daß Neid,Missgunst,Eifersucht in keinster Weise von Gott geduldet werden,sondern im Gegenteil solches Verhalten sehr abgelehnt wird.

Gruß,
Elisabeth
Zuletzt geändert von Fichtel-Wichtel am Samstag 25. September 2004, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.

Geronimo

Beitrag von Geronimo »

Das Wort "eifern" hat im Zusammenhang dieser Bibelstelle überhaupt nichts mit Eifersucht zu tun. Es bedeutet "sich in eine Sache hineinbegeben, sie verfolgen und nicht abzulassen vom Bemühen darum." Der eifernde Gott ist derjenige, der nicht nachlässt in seinem Bemühen um die Menschheit , ihr nachgeht und sie "heimsucht" (auch dies kann positiv gemeint sein - "er suchte Sarah heim" und sie empfing in ihrem hohen Alter).

Geronimo

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ex 20,5 bezeichnet Gott sich als „Zeloten“, als Eiferer. Im Zusammenhang mit dem Verbot, andern Göttern zu dienen, und der Ankündigung, die Kinder derer, die ihn hassen, bis ins vierte und fünfte Glied zu verfolgen, ist die Übersetzung mit dem Begriff „eifersüchtig“ wohl nicht verkehrt, im Gegenteil.
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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Geronimo hat geschrieben:Das Wort "eifern" hat im Zusammenhang dieser Bibelstelle überhaupt nichts mit Eifersucht zu tun. Es bedeutet "sich in eine Sache hineinbegeben, sie verfolgen und nicht abzulassen vom Bemühen darum." Der eifernde Gott ist derjenige, der nicht nachlässt in seinem Bemühen um die Menschheit , ihr nachgeht und sie "heimsucht" (auch dies kann positiv gemeint sein - "er suchte Sarah heim" und sie empfing in ihrem hohen Alter).

Geronimo
Was die Bibelstelle Exodus20,5 angeht so finde ich das Wort eifern auch wesentlich passender, und deine Begründung wird durch dieses Wort auch wesentlich veständlicher.
Das Wort Eifersucht in E.20,15 wirkt doch sehr wie ein Fremdkörper.

@ Geronimo!Der eigentliche Anlass dieser Threadepisode war jedoch Eifersucht als Todsünde,warum Eifersucht denn dann eine Todsünde sei,wenn es einen eifersüchtigen Gott gebe.

Das eifersüchtig,eifernd über den einzelnen Menschen gewacht wird von Gott ist mir schon klar.
Die Eifersucht die zuweilen den Menschen überfällt, ist jedoch wohl etwas völlig anderes,oder?

@Robert,deine Darstellung ist auch seher informativ und behaltenswert,danke!

Gruß,
Elisabeth

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Danke für die Antwort, roncalli. :)

Hm ... das bedeutet also, dass in früheren Zeiten jemand außerhalb der heiligmachenden Gnade stand, wenn er - bewusst und mit Zustimmung - Zinsen berechnete, heute aber nicht. Irgendwie sonderbar ... :kratz:

Gruß
Angelika

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Angelika hat geschrieben:Danke für die Antwort, roncalli. :)

Hm ... das bedeutet also, dass in früheren Zeiten jemand außerhalb der heiligmachenden Gnade stand, wenn er - bewusst und mit Zustimmung - Zinsen berechnete, heute aber nicht. Irgendwie sonderbar ... :kratz:

Gruß
Angelika
Wir sind geschichtliche Wesen. Der Erkenntnisstand der jeweiligen Zeit spielt für eine Gewissensentscheidung immer eine maßgebliche Rolle. Daher sollen wir z. B. auch die Erkenntnisse der Humanwissenschaften, soweit sie uns als Einzelne zugänglich sind, beachten.
Wir sind immer verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen zu handlen. Es ist auch möglich, dass der Gewissensspruch des Einzelnen feiner und sensibler ist als die traditionellen Normen der (Glaubens-)Gemeinschaft, der er angehört. (Auch dazu gibt es historische Beispiele.)

Es ist daher notwendig, dass wir nie gegen das handeln, was wir in unserem Gewissen als wahr und richtig erkennen. Das entscheidet über das Bleiben in der heiligmachenden Gnade. Wer gegen sein Gewissen handelt, sündigt.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Roncalli hat geschrieben:»Nun, das Zinsnehmen ist wohl so ein Fall. Früher strikt verboten, heute erlaubt.«
Das bestreite ich.
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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roncalli
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Beitrag von roncalli »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Roncalli hat geschrieben:»Nun, das Zinsnehmen ist wohl so ein Fall. Früher strikt verboten, heute erlaubt.«
Das bestreite ich.
Benedikt XIV., den du anführst, spiegelt wohl schon ein relativ spätes Stadium der Lehrentwickung. Klemens von Alexandrien (Strom. II 18 ) und andere altchristliche Schriftsteller (siehe LThK) interpretieren das Zinsnehmen (noch ohne Differenzierung) als Sünde gegen die Bruderliebe. Aus dem strikten Verbot des Zinsnehmens wurde allmählich eine Ethik des Zinsnehmens.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Roncalli hat geschrieben:»Benedikt XIV., den du anführst, spiegelt wohl schon ein relativ spätes Stadium der Lehrentwickung«
Richtig. Und seitdem herrscht das große Schweigen.

Roncalli hat geschrieben:»Aus dem strikten Verbot des Zinsnehmens wurde allmählich eine Ethik des Zinsnehmens.«
Zum Teufel mit der Ethik.
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Peter
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Beitrag von Peter »

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Ab und an von Todsünde Nr.4 befallen zu sein,geb ich offen und ehrlich zu.Die übrigen 6 Todsünden sind mir völlig fremd.

Gruß,
Elisabeth
Falls es dir noch keiner gesagt haben sollte: Voilà Nr. 01.

(Hihihihi.) :P

((Ich habe den Thread aber nur bis zu deinem Posting durchgeakert.))

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Ralf hat geschrieben:
Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Die übrigen 6 Todsünden sind mir völlig fremd.

Gruß,
Elisabeth
Womit Du Dich schon für 1. qualifiziert hättest. ;)
Dann lies doch bitte den Thread weiter,@ Peter!
Danke!
Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Mich grundsätzlich von Sünden rein,so darstellen wollte ich net,und habe ich net.
Es handelte sich eher um ein allgemeines Überschlagen ,des eigenen Verhaltens,und dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen,das bei mir sehr bewußt, die Nr.4 in Frage kommt.Das man die eine oder andere der aufgezählten "Todsünden" auch schon mal begeht, eher jedoch so nebenher, eigentlich nicht so bewusst und schon gar net absichtlich.

Gruß,
Elisabeth

Specialy for Peterchen!

Gruß,
Elisabeth

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