Arabische "Revolution"

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

Im Zusammenhang mit Libyen sollte übrigens nicht nur an das dortige Öl gedacht werden, sondern auch an die enormen Wasservorkommen (mehrere 10.000 km3), die es dort gibt:

Water Supply Project, Libya

Daraus:
In 1953, the search for new oilfields in the deserts of southern Libya led to the discovery not only of the significant oil reserves, but also vast quantities of fresh water trapped in the underlying strata.
[...]
The GMR project - the world's largest engineering venture - is intended to transport water from these aquifers to the northern coastal belt, to provide for the country's 5.6 million inhabitants and for irrigation. Intended to be the showpiece of the Libyan revolution, Colonel Moammar Gaddafi called it the "eighth wonder of the world".
[...]
When completed, irrigation water from the GMR will enable about 155,000ha of land to be cultivated - echoing the Libyan leader's original prediction that the project would make the desert as green as the country's flag.

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Haiduk
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Haiduk »

Einladung zum Angriffskrieg

Dieser jF-Artikel ist insofern brauchbar, als er die Resolution 1973 kritisch beleuchtet. Es ist tatsächlich so, dass man mit dieser Resolution wirklich alles rechtfertigen kann. Nicht mal Bodentruppen sind ausgeschlossen, sondern nur "Besatzungstruppen"(*). Es geht hier immer um Fragen der Lesart:

UN-Botschafterin Susan Rice vertritt die Auffassung, dass die Resolution 1973 keine Aussage zu Waffenlieferungen an die Aufständischen enthalte. Sie denke, dass Waffenlieferungen an die Aufständischen zwar nicht ausdrücklich autorisiert würden, dass man jedoch bei sorgfältigem Lesen zu dem Schluß kommen könne, dass Waffenlieferungen an die Aufständischen nicht ausgeschlossen werden. Zu der Frage, ob die USA eine Bewaffnung der Aufständischen planten, wollte sie sich nicht äußern. Nachdem bekannt geworden war, dass Ägypten „seit ein paar Tagen" Munition und Waffen an die Aufständischen liefert, hatte das russische Außenministerium die USA auf das Verbot von Waffenlieferungen nach Libyen hingewiesen. Von der britischen Regierung heißt es, sie vertrete die Position, dass das Waffenembargo für die Aufständischen ebenso gelte, wie für die libysche Regierung.

Berichtet wurde von einem Befreiungsschlag „ohne Schonung“ für die belagerte Stadt Bengasi: „Zerstörte Fahrzeuge und Leichen säumten demnach den Weg nach Bengasi, noch Stunden nach der Attacke seien immer wieder Munitionsbestände explodiert.“ Umstritten ist, ob derartige Operationen nicht als Luftnahunterstützung(**) für die libyschen Aufständischen zu sehen sind. Auf eine diesbezügliche Frage eines Journalisten sagte der Sprecher des US-Militärs: „Ich würde nicht von Luftnahunterstützung für die oppositionellen Kräfte sprechen. Wir wußten, dass diese vorrückenden Elemente sich bewaffnet nach Bengasi bewegen und haben sie angegriffen."

Bemerkenswert ist auch, dass Kommunique des Pariser Gipfel (die eigentliche Kriegserklärung), die libyschen Sicherheitskräfte auffordert, sich "aus allen Gebieten zurückzuziehen, in die sie mit Gewalt eingedrungen sind, und in ihre Stützpunkte zurückzukehren".

Nimmt man das alles zusammen, dann wird klar, dass die Koalition zusammen mit den Aufständischen Krieg führt und sich damit praktisch an dem Bürgerkrieg beteiligt.

(*) Die in Deutschland seit Ende des zweiten Weltkrieges stationierten britischen und amerikanischen sind ja auch keine "Besatzungstruppen", sondern die Einheiten "unserer Verbündeten" ;)
(**) Ob also die Luftwaffe der Koalition als Luftwaffe der Aufständischen eingesetzt wird.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Haiduk
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Haiduk »

Der Druck auf Barack Obama, sich endlich zum „Krieg in Libyen” zu erklären, nimmt immer weiter zu. Die Washington Post ruft in einem Kommentar zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen ihn auf. Der Präsident, heißt es, sei ein „Landesverräter”, weil er die USA auf dem Umweg über eine Resolution des Weltsicherheitsrates in einen unkalkulierbaren Krieg verstrickt habe, statt — wie es die Verfassung in Fällen dieser Art vorschreibe — den Weg über den US-Kongress zu beschreiten. Der „Checks and Balances”-Mechanismus sei dadurch außer Kraft gesetzt worden.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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holzi
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von holzi »

Haiduk hat geschrieben:Der Druck auf Barack Obama, sich endlich zum „Krieg in Libyen” zu erklären, nimmt immer weiter zu. Die Washington Post ruft in einem Kommentar zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen ihn auf. Der Präsident, heißt es, sei ein „Landesverräter”, weil er die USA auf dem Umweg über eine Resolution des Weltsicherheitsrates in einen unkalkulierbaren Krieg verstrickt habe, statt — wie es die Verfassung in Fällen dieser Art vorschreibe — den Weg über den US-Kongress zu beschreiten. Der „Checks and Balances”-Mechanismus sei dadurch außer Kraft gesetzt worden.
Ich find's nur seltsam, daß jetzt gerade diejenigen schreien, die in Afghanistan und im Irak auf die gleiche Art und Weise ihr Abenteuer durchgedrückt haben.

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Robert Ketelhohn
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Dafür wollen Teile der Grünen und die SPD die Bundeswehr im Krieg sehen
(aktiv, meine ich, nicht bloß als Puff, in dem anderer Herren Bomberpiloten
sich nach getaner Arbeit entspannen).
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Mirjanin
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Mirjanin »

Holzi, der Clou ist halt, dass jetzt diejenigen, die Bush für seine Kriege noch einsperren wollten (nicht, dass ich groß Mitleid hätte 8) ) nun genau das selbe machen. Man sehe sich z. B. dieses Video von Vize-Präsident Joe Biden an, ein Interview aus dem Jahr 27:

http://www.youtube.com/watch?v=Adpa5kYUhCA



Am 2. Dezember 27 hatte der "Messias" und Noch-Nicht-Präsident Barack Obama dem Boston Globe ein Interview gegeben, dass ihn heute schlicht und ergreifend als Heuchler dastehen lässt. (damals gings noch um Angriffe auf den Iran)

Boston Globe: “Unter welchen Umständen, falls es sie gäbe, hätte der Präsident die verfassungsmäßige Autorität den Iran zu bombardieren ohne die Autorisierung durch den US-Kongress? [...]“

Barack Obama: Der Präsident hat gemäß der Verfassung keine Macht im Alleingang eine militärische Attacke zu autorisieren, es sei denn es liegt eine latente Bedrohung der Nation vor, die gestoppt werden muss. [...] Die Geschichte hat uns mehrfach gelehrt, dass militärische Maßnahmen am erfolgreichsten sind, wenn sie von der Legislative autorisiert worden sind. Es ist immer ratsam den informierten Konsens des US-Kongresses zu haben bevor man mit militärischen Aktionen beginnt.

Quelle: http://www.boston.com/news/politics/2 ... A/ObamaQA/


Es stellt sich also heraus, dass Barry Soetoro aka Barack Obama am Ende nicht mehr als eine Marketingkreation des Militärisch-Industriellen Komplexes ist, der seine hoffnungsvollen Wähler mit diesen salbungsvollen Worten (und anderen) schlicht und einfach belogen und betrogen hat.
Zuletzt geändert von Mirjanin am Freitag 25. März 2011, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler. Und einfacher.
(Mark Twain)

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Nietenolaf
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Nietenolaf »

Facetten der Desinformationskampagne: http://alles-schallundrauch.blogspot.co ... ibyen.html
ἐὰν γὰρ ἀποϑάνῃ ἄνϑρωπος, ζήσεται συντελέσας ἡμέρας τοῦ βίου αὐτοῦ· ὑπομενῶ, ἕως ἂν πάλιν γένωμαι.

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

Russischer Geheimdienstler: Nato plant Bodeninvasion in Libyen

Daraus:
Aus verschiedenen Kanälen kommen Hinweise darauf, dass die Nato-Staaten, allen voran Großbritannien und die USA, an einem Plan für eine Bodenoperation feilen“, teilte ein ranghoher Mitarbeiter eines russischen Geheimdienstes RIA Novosti mit.

Die Bodenoffensive werde Ende April oder Anfang Mai beginnen, wenn es nicht gelinge, Gaddafi mit Luftangriffen zur Kapitulation zu zwingen.

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Maurus
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Maurus »

Ich habe immer noch keinen einzigen Artikel gefunden, der mir erklärt, ob es in Libyen wirklich irgendeine politische Kraft gibt, die Gaddafi ersetzen kann. Auch finden sich keine Berichte darüber, wie stark die jeweiligen Lager überhaupt sind. Von daher klingt das mit den Bodentruppen plausibel. Wenn Gaddafi noch größere Anhängerschaften in bedeutenden Städten hat wird er ja keinen Grund sehen, wegen ein paar Bomben auf Flugplätze abzudanken.

Benedikt

Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Benedikt »

Maurus hat geschrieben:Ich habe immer noch keinen einzigen Artikel gefunden, der mir erklärt, ob es in Libyen wirklich irgendeine politische Kraft gibt, die Gaddafi ersetzen kann. Auch finden sich keine Berichte darüber, wie stark die jeweiligen Lager überhaupt sind. Von daher klingt das mit den Bodentruppen plausibel. Wenn Gaddafi noch größere Anhängerschaften in bedeutenden Städten hat wird er ja keinen Grund sehen, wegen ein paar Bomben auf Flugplätze abzudanken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Marionettenregierung

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Maurus
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Maurus »

Benedikt hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Ich habe immer noch keinen einzigen Artikel gefunden, der mir erklärt, ob es in Libyen wirklich irgendeine politische Kraft gibt, die Gaddafi ersetzen kann. Auch finden sich keine Berichte darüber, wie stark die jeweiligen Lager überhaupt sind. Von daher klingt das mit den Bodentruppen plausibel. Wenn Gaddafi noch größere Anhängerschaften in bedeutenden Städten hat wird er ja keinen Grund sehen, wegen ein paar Bomben auf Flugplätze abzudanken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Marionettenregierung
Auch eine Marionettenregierung muss irgendeine Akzeptanz haben. Vor allen muss sie erstmal aus irgendeinem Lager heraus rekrutiert werden. Diese Rebellen (vorher waren das noch alle Libyer, man hatte jedenfalls den Eindruck) haben nichtmal ein Gesicht. Trotzdem behaupteten mehrere Nachrichtensendungen, dass diese LEute für die Demokratie kämpfen würden. Absurd.

Benedikt

Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Benedikt »

Dass in Libyen Kämpfer für die Demokratie aktiv seien, ist in der Tat absurd. Es handelt sich doch vielmehr um Angehörige von Volksstämmen im Osten des Landes. Diese Mission ist schon im Ansatz gescheitert. Gadaffi wird sein Gesicht wahren wollen. Weil ihm diese Möglichkeit von Seiten der "Koalitionstruppen" nicht gewährt wird, wird der Kampf bis zum Ende geführt werden. Es bleibt abzuwarten, ob einen Durchmarsch wie im Irak gibt oder ob Gadaffis Truppen ein höheres Maß an Fanatismus entwickeln und bis zum Ende an seiner Seite stehen.

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taddeo
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von taddeo »

Benedikt hat geschrieben:Es bleibt abzuwarten, ob einen Durchmarsch wie im Irak gibt oder ob Gadaffis Truppen ein höheres Maß an Fanatismus entwickeln und bis zum Ende an seiner Seite stehen.
Das wird ganz drauf ankommen, wie lange er sie wie gut bezahlen kann. Wenn es stimmt, daß er irgendwo in der Wüste seines Landes an die 150 Tonnen Gold bunkert, dann kann er das noch jahrelang.
Gaddafi hat keine (oder kaum) Truppen aus eigenen Landsleuten, sondern überwiegend ausländische Söldner. Die verrichten ihr Handwerk ausschließlich für Geld. Dafür haben sie auch keinerlei patriotische Skrupel, auf Libyer zu schießen. Das ist ein großer Unterschied etwa zu Ägypten, wo das Militär aus Einheimischen besteht, die sich weigerten, ihre Landsleute zu massakrieren.

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

Maurus hat geschrieben:Ich habe immer noch keinen einzigen Artikel gefunden, der mir erklärt, ob es in Libyen wirklich irgendeine politische Kraft gibt, die Gaddafi ersetzen kann. Auch finden sich keine Berichte darüber, wie stark die jeweiligen Lager überhaupt sind. Von daher klingt das mit den Bodentruppen plausibel. Wenn Gaddafi noch größere Anhängerschaften in bedeutenden Städten hat wird er ja keinen Grund sehen, wegen ein paar Bomben auf Flugplätze abzudanken.
Leider nur in Englisch, aber folgende Links bieten eine gute Übersicht über die Stämme in Libyen und die Aufständischen.

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

taddeo hat geschrieben:Gaddafi hat keine (oder kaum) Truppen aus eigenen Landsleuten, sondern überwiegend ausländische Söldner.
Woraus geht das hervor ("kaum Truppen" & "überwiegend")?

taddeo hat geschrieben:Das ist ein großer Unterschied etwa zu Ägypten, wo das Militär aus Einheimischen besteht, die sich weigerten, ihre Landsleute zu massakrieren.
Beide Länder bzw. Aufstandsbewegungen kann man nicht vergleichen.

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taddeo
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von taddeo »

Gamaliel hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Gaddafi hat keine (oder kaum) Truppen aus eigenen Landsleuten, sondern überwiegend ausländische Söldner.
Woraus geht das hervor ("kaum Truppen" & "überwiegend")?
Aus der Summe unterschiedlichster Meldungen über die Lage in Libyen in den letzten Wochen. In diesem Punkt schienen mir praktisch alle Nachrichten übereinzustimmen.
Gamaliel hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Das ist ein großer Unterschied etwa zu Ägypten, wo das Militär aus Einheimischen besteht, die sich weigerten, ihre Landsleute zu massakrieren.
Beide Länder bzw. Aufstandsbewegungen kann man nicht vergleichen.
Allerdings. Allein schon von der Bevölkerungszahl ist das nicht möglich. Ägypten hat etwa 83 Millionen Einwohner, Libyen etwa 6,5 Millionen - und das, obwohl Libyen mit fast 1,8 Mio km² knapp doppelt so groß ist wie Ägypten mit ca. 1 Mio km².

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

taddeo hat geschrieben:Aus der Summe unterschiedlichster Meldungen über die Lage in Libyen in den letzten Wochen. In diesem Punkt schienen mir praktisch alle Nachrichten übereinzustimmen.
Die Übereinstimmung in den deutschsprachigen Medien ist in der Tat gegeben, nur das heißt ja nichts (Stichwort "Japan"). Belege, daß diese Meldungen (treffender wohl: diese Propagandaartikel) stimmen bzw. etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben, wurden nämlich keine vorgelegt.

taddeo hat geschrieben:Allerdings. Allein schon von der Bevölkerungszahl ist das nicht möglich. Ägypten hat etwa 83 Millionen Einwohner, Libyen etwa 6,5 Millionen - und das, obwohl Libyen mit fast 1,8 Mio km² knapp doppelt so groß ist wie Ägypten mit ca. 1 Mio km².
Das meinte ich nicht, sondern z.B. Ziele der Revolutionäre, Bevölkerungsstruktur, Bedeutung des Militärs,...

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Robert Ketelhohn
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Robert Ketelhohn »

taddeo hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Gaddafi hat keine (oder kaum) Truppen aus eigenen Landsleuten, sondern überwiegend ausländische Söldner.
Woraus geht das hervor ("kaum Truppen" & "überwiegend")?
Aus der Summe unterschiedlichster Meldungen über die Lage in Libyen in den letzten Wochen. In diesem Punkt schienen mir praktisch alle Nachrichten übereinzustimmen.
Nein, das ist definitiv falsch. „Seine“ Leute stehen nach wie vor zu Ghaddafi. Das heißt, im wesentlichen Tripolitanien und wohl auch das Hinterland bis weit nach Süden. Erhoben haben sich offenbar vor allem die Stämme der Cyrenaica, freilich auch untereinander uneins. „Söldner“ hat Ghaddafi immer schon gehabt, durchaus reguläre, zeitweise oder dauerhaft in der libyschen Armee dienende Schwarzafrikaner. Libyen hat auch Ausbilder in diese Länder geschickt. Das hängt damit zusammen, daß Ghaddafi sich gern als Führer Afrikas gerierte.
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lutherbeck
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von lutherbeck »

Führer? Das gabs doch schon mal...

:kotz:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Raphael

Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Raphael »

lutherbeck hat geschrieben:Führer? Das gabs doch schon mal...
Echt? :hae?:

Erzähl mal! 8)

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Robert Ketelhohn
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Robert Ketelhohn »

lutherbeck hat geschrieben:Führer? Das gabs doch schon mal...

:kotz:
Laß dir mal die pawlowschen Reflexe wieder wegdrillen. Das stört den Gesprächsfluß.
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lutherbeck
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von lutherbeck »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
lutherbeck hat geschrieben:Führer? Das gabs doch schon mal...

:kotz:
Laß dir mal die pawlowschen Reflexe wieder wegdrillen. Das stört den Gesprächsfluß.
:daumen-rauf:
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Peregrin
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Peregrin »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
„Söldner“ hat Ghaddafi immer schon gehabt, durchaus reguläre, zeitweise oder dauerhaft in der libyschen Armee dienende Schwarzafrikaner. Libyen hat auch Ausbilder in diese Länder geschickt. Das hängt damit zusammen, daß Ghaddafi sich gern als Führer Afrikas gerierte.[/color]
Gibt es eigentlich irgendwelche Belege dafür, daß diese unbewaffneten, zitternden Neger in Zivil, deren Lynchbilder der SPIEGEL und andere so begeistert veröffentlicht haben, solche "Söldner" waren und nicht einfach welche von den vielen, die auf eine Überfahrtsgelegenheit nach Europa gewartet haben.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Robert Ketelhohn
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Das weiß ich nicht. Ich fand aber erstaunlich, mit welch rassistischer Wonne
da das Schreckbild vom bösen Schwarzen Mann evoziert wurde, der arme,
kleine arabische Demonstranten killt. Zumal wir bisher immer bloß den bösen
arabischen Terroristen vorgesetzt bekamen, der mit fürchterlichen Kassam-
raketen Tausende unschuldiger jüdischer Kinder tötet.
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Haiduk
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Haiduk »

Heute wird bekannt, dass hochrangige Bundeswehroffiziere im türkischen Izmir zentrale Aufgaben bei der Kontrolle der Flugverbotszone über Libyen übernehmen. Nach Auffassung von Angela Merkel bedarf es für die Mitarbeit der Luftwaffenoffiziere im NATO-Führungsstab keiner Genehmigung des Deutschen Bundestags. Tags zuvor war vom Bundestag die von der Bundeskanzlerin während des Pariser Kriegsgipfels in Aussicht gestellte Ausweitung des deutschen Afghanistaneinsatzes beschlossen worden, die der Entlastung der in Libyen beteiligten NATO-Partner dienen soll.

Da fühlt man sich doch verarscht! :regel:

Wer trägt die politische Verantwortung dafür, wenn aufgrund falscher Entscheidungen dieser Luftwaffenoffziere Zivilisten bombardiert werden? Der deutsche Verteidigungsminister oder das über der NATO stehende politische Steuerungsgremium, für das Sarkozy sich einsetzt?
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Haiduk
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Haiduk »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Putin über „mittelalterliche“ Libyen-Resolution des UN-Sicheitsrates entrüstet
Daraus:
„Die Resolution des UN-Sicherheitsrates ist nicht vollwertig und mangelhaft“, sagte er am Montag bei einem Gespräch mit Arbeitern im Wotkinsker Betrieb in der russischen Teilrepublik Udmurtien. „Sie erinnert an einen mittelalterlichen Aufruf zu einem Kreuzzug. Faktisch erlaubt sie eine Invasion in ein souveränes Land.“
Wie Putin betonte, werde die US-Politik der Einmischung in Konflikte in anderen Ländern zu einer stabilen Tendenz. Dies sei „gewissenlos und unlogisch“, so der russische Premier.
Abgesehen vom sachlich unzutreffenden Kreuzzugsvorwurf – das ist ein im ostkirchlichen Raum gebräuchlicher Topos, der nach Bedarf eingesetzt werden kann, mit ähnlicher Funktion wie unter Sozen der „Faschist“ oder in Polen der Deutsche Orden – wird aus der Äußerung deutlich, daß Medwedjew dafür verantwortlich ist, daß Rußland die Libyen-Resolution des „Weltsicherheitsrats“ durchgewunken hat, wogegen Putin scharf opponiert, sehr zu Recht.
Der neue französische Innenminister Claude Guéant hatte auch von einem "Kreuzzug" gesprochen. Man muß also nicht orthodox sein, um diesen Vergleich zu bringen.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldne ... usade.html
http://www.ft.com/cms/s/0/fe514f9c-5631 ... z1HlIzAFDc
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Peregrin »

Haiduk hat geschrieben: Der neue französische Innenminister Claude Guéant hatte auch von einem "Kreuzzug" gesprochen. Man muß also nicht orthodox sein, um diesen Vergleich zu bringen.
Der ist vermutlich Freimaurer und damit Teil jener Kraft, die ihre Kriege ständig der Kirche anhängen will.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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lutherbeck
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von lutherbeck »

Peregrin hat geschrieben:
Haiduk hat geschrieben: Der neue französische Innenminister Claude Guéant hatte auch von einem "Kreuzzug" gesprochen. Man muß also nicht orthodox sein, um diesen Vergleich zu bringen.
Der ist vermutlich Freimaurer und damit Teil jener Kraft, die ihre Kriege ständig der Kirche anhängen will.
Das sit doch alles Schmarrn! :vogel:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von lutherbeck »

Gaddafi ins Exil?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 39,.html

Vielleicht zusammen mit Herrn Schwesterwelle?

:tuete:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

Die Herrschaften bei kath.net sind offenbar etwas verwirrt. Einem neuen Beitrag verpassen sie die völlig irreführende Überschrift: "US-Bischofskonferenz: Libyen-Krieg ist 'gerechter Krieg'" während sie dann aus dem Text der Bischofskonferenz korrekt zitieren:
„Als Hirten und Lehrer haben wir uns davon zurückgehalten, abschließende Urteile zu fällen, denn die zugrundeliegende Situation ist komplex.“
Den Originaltext der USCCB gibt's übrigens hier.




NB.: Gemäß der gegenwärtigen Informationslage kann von einem gerechten Krieg bei weitem keine Rede sein, ganz im Gegenteil.

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Nietenolaf
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Nietenolaf »

Das russische orthodoxe Nachrichtenportal "Православие и мир" (Orthodoxie und Welt) bringt ein Interview mit einem ukrainischen Priester, der seinen Dienst in Tripolis versah und lange Jahre vor Ort gewesen ist. Hierunter die Übersetzung für die geschätzte Kreuzgangsterschaft. Originaltext: www.pravmir.ru, eine leicht bebilderte PDF-Version der Übersetzung findet ihr unter www.scribd.com/doc/....
pravmir.ru hat geschrieben:Erzpriester Sacharija Kerstjuk: In Libyen achtet man die Christen
29. März 211; Originalinterview: Jelena Werbenina, http://www.pravmir.ru

Während der anhaltenden Bombardements in Libyen sprach Erzpriester
Sacharija Kerstjuk, Gemeindevorsteher der Kirche des hl. Apostels
Andreas des Erstberufenen an der Botschaft der Ukraine in Tripolis
(Libyen) mit einem Korrespondenten des Portals „Pravoslavie i mir“ über
Libyen und darüber, wie sein Dienst vor der Evakuierung der Ukrainer
verlief, sowie über die Regierung Gaddafi.


Bei den Libyern wird das Christentum geehrt

Libyen ist ein Land, in dem religiöse Toleranz herrscht. In diesem in
sich geschlossenen islamischen Land, das nach den Gesetzen der Scharia
lebt, kann man Vertreter verschiedenster Konfessionen antreffen. Es gibt
Gemeinden des Patriarchats von Alexandria, der Römisch-Katholischen
Kirche, der Koptischen Kirche, verschiedener protestantischer Strömungen
– Anglikaner, Lutheraner und andere. Und ihnen allen ist es offiziell
erlaubt, ihre Gottesdienste abzuhalten, Rituale und Traditionen zu
befolgen und ihre Gläubigen geistlich zu betreuen.

Die Libyer selbst sind ein sehr religiöses Volk. Der Glaube ist
unabdingbarer Bestandteil ihres Lebens. Der Koran hat den gleichen
Stellenwert wie das „Grundgesetz“ – das Grüne Buch, das seinerseits
viele Zitate aus dem Koran enthält. In religiöser Hinsicht kann man
Libyen mit dem Iran, Irak, Pakistan oder Saudi-Arabien vergleichen, wo
das Verhältnis zum Islam eher radikal geprägt ist. Doch die Libyer sind
sehr tolerant, sie verfolgen und bedrängen die Christen nicht, sondern
das Christentum wird von ihnen geachtet. In manchen Augenblicken schien
es mir sogar, dass sie die Christen höher schätzen, als wir die Moslems.
Die Libyer kümmerten sich sehr darum, dass uns nichts Böses widerfährt.
Zu größeren Festtagen stellten sie unseren Gemeinden Wachpersonal zur
Verfügung und kümmerten sich um Recht und Ordnung in deren Umkreis.
Besonders nach der Explosion in einer koptischen Kirche in Alexandria
(Ägypten) wuchs ihre Sorge. Die Machthaber waren sehr besorgt darüber,
dass sich dergleichen nicht in ihrem Lande ereigne. Das würde sich ja in
erster Linie auf dem internationalen Verhältnis zu diesem Lande
niederschlagen.

Der Dienst in Libyen

Die Gottesdienste fanden in der Kirche des hl. Apostels Andreas des
Erstberufenen statt, die sich auf dem Territorium der ukrainischen
Botschaft befindet. Diese Kirche ist nicht groß. Die Gemeinde bestand
aus Menschen unterschiedlicher Nationalitäten – Serben, Bulgaren,
Rumänen, Griechen, Zyprioten, es gab sogar Spanier. Der Großteil bestand
aber natürlich aus Ukrainern, Russen und Weißrussen. Ukrainer sind in
Libyen größtenteils im medizinischen Bereich und in der Luftfahrt
beschäftigt. Die Russen sind größtenteils in der Erdölindustrie und bei
der Russischen Staatseisenbahn beschäftigt. Da die Leute unter der Woche
ihrer Beschäftigung nachgehen, fanden die Gottesdienste an den freien
Tagen – also freitags und samstags – statt. Viele unserer Landsleute
arbeiteten außerhalb der Hauptstadt, deswegen ist es oft vorgekommen,
dass ich in andere Städte reiste und Gottesdienste einfach in Wohnungen
und Häusern stattfanden. Die Menschen kamen mit Freuden zum Gebet, zu
geistlichen Gesprächen und zu gegenseitiger Unterstützung zusammen. Mehr
noch, sie nahmen aktiv am Gottesdienst teil – sangen, lasen Gebete. An
diesen Orten spürte ich tatsächlich das Bedürfnis der Menschen an
geistlichem Rat, ich sah, wie wichtig ihnen solche Zusammenkünfte waren.
Es gab unter ihnen ja viele, die jahrelang nicht nur Libyen nicht
verlassen haben, sondern kaum von ihrer Arbeitsstelle weggekommen sind.

Die Libyer achten orthodoxe Heiligtümer

An einem freien Tag lud mich der Botschafter der Russischen Föderation,
Wladmimir Tschanow, zu einer Besichtigung der Ruinen einer uralten
libyschen Stadt ein. Dort zeigte er mir eine zerstörte orthodoxe Kirche
aus der Zeit des Byzantinischen Reiches, deren Baptisterium erhalten
geblieben ist. Mich hat damals sehr verwundert, mit welcher Ehrfurcht
gegenüber „unserem“ Heiligtum die Libyer auftreten. Ich musste mich
sofort an die Beschreibung der Ereignisse von vor Jahrhunderten
erinnern, als die Europäer Kreuzzüge ins Heilige Land, nach Jerusalem,
unternahmen. Damals zerstörten sie islamische Heiligtümer bis auf die
Grundmauern. Als jedoch Jerusalem unter Sultan Saladin unter die
Herrschaft der Moslems geriet, wurde kein einziges der christlichen
Heiligtümer zerstört.

In Libyen fühlt man sich frei

Ungeachtet dessen, dass Libyen ein ziemlich abgeschottetes Land ist,
fühlt man sich dort frei. Man spürt nicht die ständige Anspannung, die
man aus Ägypten, der Türkei oder Syrien kennt. Möglicherweise liegt das
darin begründet, dass die Libyer nicht so sehr von Touristen oder
allgemein Ausländern verwöhnt sind. Auf jeden Fall wird man in Libyen
keinen Menschen antreffen, der Dollars für irgendwelche Hilfestellungen
verlangt. In der ganzen Zeit meiner Anwesenheit vor Ort hat es nicht
einen einzigen Konflikt mit der libyschen Bevölkerung gegeben.

Die Verhältnisse im Land

Wenn ich mich zu den jüngsten Ereignissen äußere, kann ich nicht im
Namen der Kirche sprechen, sondern nur meine eigene Meinung sagen. In
Libyen gibt es keine Menschen, die mit der Regierung unzufrieden wären.
Wenigstens habe ich nie von solchen gehört. Alles das, was im Fernsehen
gezeigt wird, existiert nicht. Alles, was euch aus diesem Land und den
Ereignissen dort berichtet wird, müsst ihr durch 1, oder gar durch
1, teilen. Im Libyen gibt es eine kostenlose medizinische Versorgung,
kostenlose Bildung, zwei Menschen pro Familie werden auf Staatskosten im
Ausland ausgebildet (die Möglichkeiten reichen von London oder New York
bis Moskau oder Kiew), es gibt keine Mietzahlungen, Strom ist kostenlos,
für die Bevölkerung ist die Gasversorgung kostenlos, der Erlös aus dem
Verkauf der natürlichen Rohstoffe wird unter der Bevölkerung zu gleichen
Teilen verteilt (das ergibt ungefähr 4 US-Dollar pro Monat). Es gibt
ein umfangreiches Sozialpaket. Und vor kurzem wurden auch noch die
Steuern abgeschafft. Was denkt ihr, können Menschen unter solchen
Bedingungen mit der Regierung unzufrieden sein? Meiner Ansicht nach ist
alles, was in den Medien gezeigt wird, pure Übertreibung. Habt ihr im
Fernsehen auch nur ein einziges Mal [von „Regierungstreuen“ – Anm. d.
Ü.] zerbombte Städte, zerstörte Häuser, hunderte von Toten gesehen?
Warum wird das nicht gezeigt, genau, wie jene nicht gezeigt werden,
welche Gaddafi verraten haben sollen? Ich schätze, solches gibt es im
Land gar nicht.

Die Libyer nennen Gaddafi liebevoll „Papa“

Sie können mir glauben, ich habe in Libyen gelebt und jeder, der dort
gewesen ist, wird meine Worte bestätigen – die libysche Gesellschaft
unterstützt Gaddafi. Zurzeit gibt es im ganzen Land Großdemonstrationen
mit tausenden Teilnehmern zu seiner Unterstützung. Es gibt nichts
dergleichen zur Unterstützung der Opposition. Ich schalte den Fernseher
ein, wo Protestler gezeigt werden, und dabei wird gesagt, sie
protestieren gegen Gaddafi. Warum tragen diese Menschenmengen jedoch das
grüne Banner Gaddafis, und nicht die Trikolore der Aufständischen?

Libyen ist ein Land, das von Stämmen bestimmt wird. Es gibt dort um die
dreißig Stämme, die administrativ in Regionen unterteilt sind.
Untereinander sind sie vollkommen friedlich, was ich für das Zeichen
einer gesunden Politik halte. Es gibt keinen Streit, mit der Regierung
gibt es keine Zerwürfnisse. Sie werden nirgends im Land auch nur ein
Gaddafi-Denkmal finden – er ist gegen so etwas. Er ist ja nicht einmal
der Präsident, sondern eher der Führer seines Volkes, welches ihn
liebevoll „Papa“ nennt. Kennt ihr denn viele „Führer“, die sich keine
Orden, Medaillen und Titel zuerkennen? Er ist ja nicht einmal ein
General. So, wie er vor 2 Jahren ein Oberst war, ist er auch einer
geblieben. Er hat keinerlei juristische Hebel, mit denen er die
Regierung steuern könnte, sondern sein Verdienst besteht darin, dass er
alles recht aufbauen und einrichten konnte.

Ich bin der Meinung, dass – gäbe es die ausländische Einmischung nicht –
Gaddafi für Ordnung gesorgt hätte. Alles deutete darauf hin.


Vater Sacharja hofft, bald an den Ort seines Dienstes,
nach Tripolis, zurückkehren zu können.
ἐὰν γὰρ ἀποϑάνῃ ἄνϑρωπος, ζήσεται συντελέσας ἡμέρας τοῦ βίου αὐτοῦ· ὑπομενῶ, ἕως ἂν πάλιν γένωμαι.

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Gamaliel
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Re: Arabische "Revolution"

Beitrag von Gamaliel »

Na, da schau her: :roll:

USA vermuten Qaida-Kämpfer unter den Rebellen

Daraus:
...unter die Rebellen könnten sich nach US-Geheimdienstinformationen auch Mitglieder des Terrornetzes al-Qaida und der schiitischen Hisbollah-Bewegung gemischt haben.
[...]
Wir sehen verschiedene Dinge. Aber zu diesem Zeitpunkt verfügen wir nicht über ausreichende Details, um zu sagen, dass es eine signifikante Präsenz von al-Qaida oder anderen Terroristen gibt", so Stavridis weiter.

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