ChrisCross hat geschrieben:Mal abgesehen von dieser absurden Forderung interessiert mich eigentlich, wie es tatsächlich in den katholischen unierten Teilen der Kirche aussieht. Erlaubt man dort tatsächlich eine Zweitheirat, oder hat der Professor sich da eine Menge Mist ausgedacht?
Primetshofer schielt ja zu den Orthodoxen und nicht zu den katholischen Ostkirchen.
Zu den Unierten schreibt er selbst:
Zwar stimmten das Kirchenrecht für die lateinische und die katholischen Ostkirchen in der Aussage überein, dass die vollzogene Christenehe nur durch den Tod eines Gatten gelöst werden könne, dennoch gebe es in der katholischen Kirche keine Fixierung der Unauflöslichkeit der Ehe als unabänderliches Dogma.
Im CCEO (hier kannst Du Dir die genehme Übersetzung aussuchen) heißt es klar und deutlich:
Can. 802 - § 1. Invalide matrimonium attentat, qui vinculo tenetur prioris matrimonii.
Can. 853 - Matrimonii vinculum sacramentale matrimonio consummato nulla humana potestate nullaque causa praeterquam morte dissolvi potest.
Da ist der Professor wohl selbst noch unentschieden, schriebt er doch an anderer Stelle, und auf die bezog ich mich:
Der Wiener Kirchenrechtler verweist auf die orthodoxen Kirchen. Diese Kirchen würden nach einer gewissen Bußzeit den Abschluss einer kirchlichen Zweitehe gestatten - wenn es auch bei der Trauungsliturgie bestimmten Einschränkungen gibt. Diese Praxis sei nun auch von den mehr als 20 katholisch gewordenen Ostkirchen beibehalten worden, ohne dass vonseiten der päpstlichen Gesetzgebung oder Verwaltung ein Einspruch erhoben worden sei.
Im Übrigen vielen Dank für die Stellen aus dem CCEO.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1
In der FAZ ist heute ein hochinteressanter Artikel über den islamischen Religionsunterricht erschienen. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Ziele, die Politiker vom Schlage Schavan und Brockmann damit verbinden. Nich überraschend kommt hier der "Weg der Erneuerung" ins Spiel.
Es ist gut, dass solche Wahrheiten in der überregionalen deutschen Presse noch ausgesprochen werden können:
Die FAZ hat geschrieben:Das Ziel der Zivilisierung und Rationalisierung des Islam, das der säkulare Staat nicht vorgeben darf, wird als voraussichtliche Wirkung des Religionsunterrichts beschrieben, abgeleitet aus dem Vergleichsfall des Christentums. Es ergibt religionssoziologischen Sinn, dass katholische Laienfunktionäre wie Brockmann und Frau Schavan hier so aktiv sind: Ihre kirchenreformerische Agenda deutet die säkularisierenden Wirkungen der Begegnung von Religion und moderner Gesellschaft zu Zielen des historischen Prozesses um; der Staat, der der Kirche entgegenkommt, fördert zwanglos ihre Anpassung an den Geist der Zeit. Wie die Päpste einst eine indirekte Gewalt in weltlichen Dingen beanspruchten, waltet im Raum der Entwicklung von Universitätstheologie, Militärseelsorge und Religionsunterricht die potestas indirecta des Verfassungsstaates.
TomS hat geschrieben:In der FAZ ist heute ein hochinteressanter Artikel über den islamischen Religionsunterricht erschienen. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Ziele, die Politiker vom Schlage Schavan und Brockmann damit verbinden. Nich überraschend kommt hier der "Weg der Erneuerung" ins Spiel.
Es ist gut, dass solche Wahrheiten in der überregionalen deutschen Presse noch ausgesprochen werden können:
Die FAZ hat geschrieben:Das Ziel der Zivilisierung und Rationalisierung des Islam, das der säkulare Staat nicht vorgeben darf, wird als voraussichtliche Wirkung des Religionsunterrichts beschrieben, abgeleitet aus dem Vergleichsfall des Christentums. Es ergibt religionssoziologischen Sinn, dass katholische Laienfunktionäre wie Brockmann und Frau Schavan hier so aktiv sind: Ihre kirchenreformerische Agenda deutet die säkularisierenden Wirkungen der Begegnung von Religion und moderner Gesellschaft zu Zielen des historischen Prozesses um; der Staat, der der Kirche entgegenkommt, fördert zwanglos ihre Anpassung an den Geist der Zeit. Wie die Päpste einst eine indirekte Gewalt in weltlichen Dingen beanspruchten, waltet im Raum der Entwicklung von Universitätstheologie, Militärseelsorge und Religionsunterricht die potestas indirecta des Verfassungsstaates.
(Hervorhebung von mir.)
Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Na, dann noch einen schönen Ramadan!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich weiß nicht, was da Ursache und was Wirkung ist. Aber der aktuelle staatliche Religionsunterricht und die Domestizierung des Deutschen Episkopats - das hängt wohl schon irgendwie zu sammen.
Oder sollte man statt Domestizierung lieber "Domestikisierung" sagen?
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Ja, die Ausnahmen finden sich wohl hier im Kreuzgang.
cantus planus hat geschrieben:Wenn der Religionsunterricht so erfolgreich ist, wie der katholische, kann man nur auf seine Einführung hoffen.
Ich bin da auch recht optimistisch. Unser säkularer Staat wird da schon die Inhalte vorgeben und dafür sorgen, dass ein Bewußtsein dafür entsteht, dass auch muslimischen Mädchen ein gleichberechtigter Zugang zu den Moscheen und vor allem zu den Leitungsämtern eingeräumt werden muss. Ich bin ganz optimistisch, und freue mich auf "Wir sind Islam" und Imaminnen mit lila Gebetsschals.
iustus hat geschrieben:Wir hatten das an anderer Stelle ja schonmal:
iustus hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Wenn der Religionsunterricht so erfolgreich ist, wie der katholische, kann man nur auf seine Einführung hoffen.
Ich bin da auch recht optimistisch. Unser säkularer Staat wird da schon die Inhalte vorgeben und dafür sorgen, dass ein Bewußtsein dafür entsteht, dass auch muslimischen Mädchen ein gleichberechtigter Zugang zu den Moscheen und vor allem zu den Leitungsämtern eingeräumt werden muss. Ich bin ganz optimistisch, und freue mich auf "Wir sind Islam" und Imaminnen mit lila Gebetsschals.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Das ist damit wohl kaum gemeint.
Doch, das ist damit gemeint: Zivilisierung bedeutet in diesen Kreisen, daß die Ecken und Kanten des Katholischseins soweit abgeschliffen werden, daß der zivilisierte Katholik schön im jeweils aktuellen Mainstream mitschwimmt ohne durch Infragestellung herrschender Meinungen aufzufallen.
Das betrifft auch Äußerlichkeiten des Gottesdienstes.
Bernado hat geschrieben:Ja. In der FAZ konnte man auch schon mehrmals lesen, daß staatlicher Islamunterricht schon allein deshalb erstebenswert sei, weil es mit der "Zivilisierung" des Christentums auf diesem Wege so gut geklappt hat.
Und? Hat die FAZ damit recht?
Ich hatte 13 Jahre Religionsunterricht an staatlichen Schulen und gehe trotzdem immer noch zur alten Messe. Also offensichtlich nicht.
Das ist damit wohl kaum gemeint.
Doch, das ist damit gemeint: Zivilisierung bedeutet in diesen Kreisen, daß die Ecken und Kanten des Katholischseins soweit abgeschliffen werden, daß der zivilisierte Katholik schön im jeweils aktuellen Mainstream mitschwimmt ohne durch Infragestellung herrschender Meinungen aufzufallen.
Das betrifft auch Äußerlichkeiten des Gottesdienstes.
Das kann schon deshalb nicht sein, weil diese "Äußerlichkeiten" keine sind. Den Staat interessiert nur, ob die Religionsgemeinschaften gegen ihn oder für ihn arbeiten. Wie sie ihren Kult betreiben ist ihm dagegen egal. Von daher ist es durchaus richtig, dass der Staat (vor allem im 19. Jh.) bestrebt war, das Zwangsstudium an theol. Fakultäten staatlicher Universitäten zu verordnen (heute werden die Kirchen lächerlicherweise für dieses "Privileg" kritisiert). Späte folgte noch die Kontrolle über das Schulwesen selbst, da man aber die Religionslehrer ohnehin selbst ausbildete, kam es darauf nicht mehr an.
Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland sind materiell reich – und verarmen spirituell: der Preis des Staatskirchentums.
...
Ohne Gefolge und Botschaft fühlen sich die Bischöfe geschmeichelt, wenn wenigstens der Staat sie benutzt: In der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ dürfen drei Glaubensfürsten unter Federführung des Kirchenreferats im Bundeskanzleramt einem Industriemann erläutern, wie die Bundeskanzlerin sich die wichtige industriepolitische Weichenstellung, die „Energiewende“, wünscht. Statt dem Atem Gottes zu lauschen, verhandeln sie über Windräder.
Besser wäre eine Fokussierung aufs Kerngeschäft, aber das stört nur; reden ist einfacher als zuhören.
Denn Kirche ist eben auch nur menschlich. Da ist es wohl angenehmer, sich im Staatsauftrag vor Kameras wichtigtuerisch zu blähen, statt vor leeren Bänken zu predigen und die verbliebenen Gläubigen vom Wort Gottes zu überzeugen.
Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland sind materiell reich – und verarmen spirituell: der Preis des Staatskirchentums.
...
Ohne Gefolge und Botschaft fühlen sich die Bischöfe geschmeichelt, wenn wenigstens der Staat sie benutzt: In der Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ dürfen drei Glaubensfürsten unter Federführung des Kirchenreferats im Bundeskanzleramt einem Industriemann erläutern, wie die Bundeskanzlerin sich die wichtige industriepolitische Weichenstellung, die „Energiewende“, wünscht. Statt dem Atem Gottes zu lauschen, verhandeln sie über Windräder.
Besser wäre eine Fokussierung aufs Kerngeschäft, aber das stört nur; reden ist einfacher als zuhören.
Denn Kirche ist eben auch nur menschlich. Da ist es wohl angenehmer, sich im Staatsauftrag vor Kameras wichtigtuerisch zu blähen, statt vor leeren Bänken zu predigen und die verbliebenen Gläubigen vom Wort Gottes zu überzeugen.
Es scheint um die Kirche wirklich in Deutschland übel bestellt zu sein, wenn sogar die Wirtschaftswoche die Abkehr vom Mammon fordert
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1
Ein vernünftiger Kommentar, wenn er die Entwicklung auch zu sehr auf die Frage beschränkt, was die Menschen wollen, statt die Verpflichtung der Kirche zum Dienst an der Wahrheit in den Vordergrund zu stellen: Der Niedergang des liberalen Katholizismus
Was "die andere Seite" so "zu sagen hat" (Zufallsfund in einem Blog, die Beiträge beziehen sich auf die Sendung "Gottes greise Gehilfen" im Schweizer Fernsehen):
Kommentator 1 hat geschrieben:Als Ex-Priester geht mir bei solchen Berichten regelmässig der Hut hoch.
Lasst doch das Beten! Wem die Gabe der Predigt gegeben ist, der soll predigen. Hat denn Jesus gewartet, bis er von den Tempelbehörden in Jerusalem die Erlaubnis zum Predigen bekommen hat?
Wenn ihr am Sonntag ohne Eucharistie auskommen müsst, holt Euch doch einen von den zehntausend Priestern ohne Amt in Eure Kirchen. Es gibt keinen Priestermangel! Sie haben bloss Berufsverbot.
Oder trefft Euch in Euren Häusern zum Brotbrechen nach dem Vorbild der ersten Christen. Es bräuchte nur ein wenig kreativen Ungehorsam in der Kirche und vieles könnte sich ändern.
Wenn ihr aber weiterhin wie fromme Schafe zu allem Ja und Amen blökt, braucht ihr auch nicht zu jammern.
Ja, ich bin wütend!
NN
Kommentator 2 hat geschrieben:ich werfe mal ein paar blumen in (NN)s richtung. die kirche braucht revolution (...). schwule theologen mit lehrverbot, mitdenkende priester mit berufsverbot, transkonfessionelle willigis jägers mit redeverbot, fromme frauen mit priesterschaftsverbot - diese kirche schaufelt sich ihr eigenes grab und sagt dann "betet für uns todgeweihte". ich weiss gar nicht ob ich lachen oder heulen soll, es ist zum haareraufen. und währenddessen diskutieren die traditionalisten ob man nicht doch wieder mundkommunionszwang einführen sollte. mir scheint der heilige geist weht vor verschlossenen kirchentüren.
HeGe hat geschrieben:Ein vernünftiger Kommentar, wenn er die Entwicklung auch zu sehr auf die Frage beschränkt, was die Menschen wollen, statt die Verpflichtung der Kirche zum Dienst an der Wahrheit in den Vordergrund zu stellen: Der Niedergang des liberalen Katholizismus
Es waren sicher in Madrid auch Jugendliche, die das Memorandum unterschrieben hätten bzw. ähnliche Forderungskataloge unterschrieben haben. Man kann sie nicht alle pauschal zu den Ablehnern des liberalen Katholentum zählen.
HeGe hat geschrieben:Ein vernünftiger Kommentar, wenn er die Entwicklung auch zu sehr auf die Frage beschränkt, was die Menschen wollen, statt die Verpflichtung der Kirche zum Dienst an der Wahrheit in den Vordergrund zu stellen: Der Niedergang des liberalen Katholizismus
Es waren sicher in Madrid auch Jugendliche, die das Memorandum unterschrieben hätten bzw. ähnliche Forderungskataloge unterschrieben haben. Man kann sie nicht alle pauschal zu den Ablehnern des liberalen Katholentum zählen.
Manchen Funktionärs-Herrschaften geht der A... auf Grundeis:
"Der katholische Herbst fängt ja gut an: Das Monatsmagazin "Cicero" veröffentlicht in seiner September-Ausgabe eine Philippika gegen alles, was nach Reform in der Kirche aussieht. Es wird ein drohendes "Schisma" an die Wand gemalt. Dabei lauern die Gefahren woanders": http://www.konradsblatt-online.de/html/ ... &home=true
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Klaus Nientiedt (Konradsblatt) hat geschrieben:Wenn es Beweise dafür bedürfte, dass der Zeitgeist inzwischen konservativ tickt, dann sind es diese Invektiven gegen den Mainstream des deutschen Katholizismus. [...] Wenn junge Katholiken überhaupt noch in die Messe gingen, dann inzwischen eher zur vom Papst protegierten Feier des alten Ritus oder zu Nightfever-Gebetsnächten.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Was findest Du denn jetzt daran super???
Der Autor stimmt dem zitierten Satz ja nicht zu, sondern wirft dem Autoren desselben Realitätsferne vor?!
Oder verstehe ich was falsch?!
Ewa Kopacz: «Für mich ist Demokratie die Herrschaft der Mehrheit bei Achtung der Minderheitenrechte, aber nicht die Diktatur der Minderheit»
Melody hat geschrieben:Was findest Du denn jetzt daran super???
Der Autor stimmt dem zitierten Satz ja nicht zu, sondern wirft dem Autoren desselben Realitätsferne vor?!
Oder verstehe ich was falsch?!
Nee, nee, du verstehst den Autor schon richtig.
Der erste zitierte Satz ist wahrscheinlich unproblematisch. Du meinst wahrscheinlich den zweiten zitierten Satz. Ich finde es schon super, dass solche Auffassungen inzwischen selbst in der DBK-Presse zumindest genannt werden müssen und nicht mehr totgeschwiegen werden können. Denn mittlerweile finden sich solche Auffassungen nicht mehr nur in fotokopierten Blättchen kleiner Initiativgrüppchen, sondern werden von zunehmend mehr Trendsettern und Multiplikatoren in zunehmend mehr seriösen journalistischen Veröffentlichungen geteilt. (Das Cicero-Magazin ist ja nun wirklich nicht irgendein Käseblatt.)
Das finde ich super.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«
Klaus Nientiedt (Konradsblatt) hat geschrieben:Wenn es Beweise dafür bedürfte, dass der Zeitgeist inzwischen konservativ tickt, dann sind es diese Invektiven gegen den Mainstream des deutschen Katholizismus. [...] Wenn junge Katholiken überhaupt noch in die Messe gingen, dann inzwischen eher zur vom Papst protegierten Feier des alten Ritus oder zu Nightfever-Gebetsnächten.
Auf eine entsprechende Reaktion der Verantwortlichen wird man indes vergeblich warten .
Klaus Nientiedt (Konradsblatt) hat geschrieben:Wenn es Beweise dafür bedürfte, dass der Zeitgeist inzwischen konservativ tickt, dann sind es diese Invektiven gegen den Mainstream des deutschen Katholizismus. [...] Wenn junge Katholiken überhaupt noch in die Messe gingen, dann inzwischen eher zur vom Papst protegierten Feier des alten Ritus oder zu Nightfever-Gebetsnächten.
Auf eine entsprechende Reaktion der Verantwortlichen wird man indes vergeblich warten .
Das braucht halt seine Zeit. Der Text von Nientiedt ist ja nur einer von vielen, die derzeit geschrieben werden, wo man sieht, daß die ergrauten Revolutionäre langsam erkennen, daß alles umsonst war. Noch wehren sie sich gegen die Einsicht - aber sie schreitet voran.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Klaus Nientiedt (Konradsblatt) hat geschrieben:Wenn es Beweise dafür bedürfte, dass der Zeitgeist inzwischen konservativ tickt, dann sind es diese Invektiven gegen den Mainstream des deutschen Katholizismus. [...] Wenn junge Katholiken überhaupt noch in die Messe gingen, dann inzwischen eher zur vom Papst protegierten Feier des alten Ritus oder zu Nightfever-Gebetsnächten.
"Vom Papst protegiert" klingt auch gut...ich sehe schon die Exemption am Horizont.
(Falls ich orthodox werde, möchte ich auch stauropegial sein.)
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Mich dünkt, du wirst zuerst zum versteinerten Fossil, bevor's bei dir mal irgendwas wird. Nichts dagegen, dass gut Ding Weile haben will. Aber wenn's was werden soll, muss es irgendwann mal etwas werden.
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
cantus planus hat geschrieben:Mich dünkt, du wirst zuerst zum versteinerten Fossil, bevor's bei dir mal irgendwas wird. Nichts dagegen, dass gut Ding Weile haben will. Aber wenn's was werden soll, muss es irgendwann mal etwas werden.
Volle Zustimmung...
Gilt allerdings für alle Fragen des Lebens...
Ewa Kopacz: «Für mich ist Demokratie die Herrschaft der Mehrheit bei Achtung der Minderheitenrechte, aber nicht die Diktatur der Minderheit»
ad-fontes hat geschrieben:(Falls ich orthodox werde, möchte ich auch stauropegial sein.)
Falls Deine bisher hier im Forum geäußerten Ansichten, Fragen, Interessensgebiete auch nur annähernd repräsentativ für die Person sein sollten, die im real life hinter dem Nick ad-fontes steht, dann wirst Du nirgends weniger zuhause sein als in der Orthodoxie, fürchte ich. Genauso, wie Du offenbar die "ideale" katholische Kirche nicht findest, die Deinen eigentlichen Wünschen entspräche, wirst Du auch in der Orthodoxie nirgends dieses Utopia finden, das Du suchst - und darüber hinaus wirst Du deren theologische und spirituelle Welt kaum so verinnerlichen, daß Du Dich jemals dort wirklich wohlfühlst. Du denkst einfach viel zu profund "westlich-katholisch", und das ist keineswegs als Vorwurf gemeint, sondern durchaus als Kompliment. Wenn Dein Geist irgendwo von Nutzen wäre, dann in der katholischen Kirche - Dein Herz müßte halt auch mitkommen, vielleicht redest Du mit ihm nochmal drüber.
Wo Zollitsch die Kirche hintreiben will, ist längst klar. Er hat kurz nachdem er zum Vorsitzden der DBK gewählt wurde, bereits wieder das Thema Zölibat erörtert, wohl wissend, dass hier in absehbarer Zeit leine grundlegende Änderung erfolgen wird. Aber man redet so lange von den Dingen, auch anderen, bis es schliesslich die meisten einsehen und dann wird es irgendwann auch praktiziert. So auch haben es die Homopressuregoups auch gemacht, bis sie erreicht hatten, dass die meisten Leute ihre Perversitäten nicht mehr als solche sehen. Es ist eine Schande, dass diejenigen, die die Kirche vertreten, ihr immer mehr den Ats absägen und sie werden auch noch geduldet. Beim Papstbesuch werden sie etwas anderes vorheucheln und zuhause machen sie gerade das Gegenteil.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
(...) Das von Schönborn skizzierte "Zukunftsbild" sieht so aus, "dass es an vielen Orten verschiedenste Arten von Gemeinschaften von Katholiken und Katholikinnen gibt, die miteinander ihren Glauben leben". Insofern werde die Struktur "kleinteiliger" werden. Zugleich werde es größere Einheiten in verschiedenen Kooperationsformen heutiger Pfarren geben, "um eine lebendige pastorale Arbeit zu fördern und die Gemeinden um geistliche Quellorte zu sammeln".
Dabei würde sich auch manche Aufgabe der Pfarrer und der pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "stark verändern". Diese Form der Kirche lebe von der gemeinsamen Verantwortung aller, nicht nur von Amtsträgern. Wichtig sei nicht, "welchen Platz wer in der Struktur der Kirche einnimmt, sondern ob wir einander im Christsein ermutigen." Nicht die Anzahl der Priester sei entscheidend, "sondern was jede und jeder, der und die in der Nachfolge Christi steht, dazu beiträgt, dass Gottes Reich in der Welt sichtbar wird - auch heute in Österreich." (...)
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta