Und so denke ich darüber nach, dass sich im Jahr 2011 doch durchaus einiges wieder zum Besseren verändert hat.
1. Die beste Entscheidung des Jahres war ganz eindeutig die, als ich 4 Tage vorher trotz eigentlich anderer Termine kurzfristig beschlossen hatte, am 2. Ökumenischen KG-Konzil in 14H teilzunehmen. Es hatte mir damals einfach keine Ruhe gelassen, und ich bin überzeugt davon, dass es Gottes Wille war.
Von den Menschen, die ich dort kennenlernen durfte, sind mir einige wirklich lieb und teuer geworden, und ich könnte mir ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Ja, diese Entscheidung am 3. Januar hat letztlich das komplette Jahr beeinflusst, und ich bin sehr dankbar dafür.
2. Während ich am 4. Dezember 2010 nach der ersten Beichte nach 4 Jahren noch nicht so recht wusste, wie es nun weitergehen soll, haben sich auch meine katholischen Standpunkte wieder mehr gefestigt. Auch wenn ich keine feste Sonntagsgemeinde habe und mir auch das Gebet immer noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, so geht doch im großen und ganzen alles wieder seine geregelten Bahnen, und die Situation im Glaubensleben sieht zumindest positiver aus als vor einem Jahr.
3. Dieses Jahr hab ich ca. 15000 Kilometer an Fahrpraxis dazugewonnen (genaue Zahlen weiß ich grad nicht), sogar auf 1300 m Höhe in der Schweiz, und für mich, für den der Führerschein vom 03.11.2009 ja immer noch das größte Wunder seines Lebens darstellt, ist besonders die Entwicklung bemerkenswert, dass ich mich im Januar 2011 noch nicht mal getraut habe, jemanden nach der Hl. Messe nur ein paar wenige Meter nach Hause zu fahren, und im September hatte ich dann sogar einen Beifahrer für knapp 600 Kilometer...
4. Ich kämpfe grundsätzlich mit starken Messie-Tendenzen und hab Probleme damit, Besuch zu bekommen, aber kürzlich hatte ich sogar 4tägigen Besuch...
5. Zum ersten Mal seit 2005 war ich auch endlich wieder in meinem heißgeliebten Europapark.
(Und ich glaub, die wildesten Achterbahnen in Deutschland bin ich mittlerweile gefahren: "Bluefire" ebenda und kürzlich auch die "Black Mamba" im Phantasialand...
6. Ich habe meine 88jährige Großtante besucht, und es geht ihr immer noch relativ gut.
7. Ich hab zum ersten Mal ignatianische Exerzitien gemacht.
8. Ich bin 40 geworden und habe es überlebt, obgleich seit diesem Zeitpunkt einige unschöne Diagnosen gekommen sind... aber alle bestanden wohl schon vorher, ich wusste es bloß nicht... aber nichts davon bringt mich um oder ist objektiv betrachtet wirklich schlimm, auch wenn eine davon sehr schmerzlich war/ist... und doch ist es hilfreich, endlich zu wissen, was los ist...
Sicherlich war es insgesamt ein durchwachsenes Jahr mit Höhen und Tiefen, und doch überwiegen wohl die schönen Erlebnisse, es war definitiv ein besseres Jahr als 2010, ich habe wieder angefangen zu leben, nachdem ich nach dem Tod meiner Mama am 29.11.2009 und einiger anderer menschlicher Verluste in Schockstarre verfallen war, und davon, dass vieles wieder besser geworden ist, habe ich sehr viel dem Kreuzgang zu verdanken...