Meinst Du ernsthaft, daß die USA China zwingen können, statt zur Bezahlung ihrer Exporte nur Zahlungsversprechen anzunehmen und auf die US-Dollars zu verzichten und das sie dies mit "militärischer Gewaltandrohung" durchsetzen?Torsten hat geschrieben:Gamaliel hat geschrieben:Es geht auch ohne "Dollar":
Quelle hat geschrieben:Denn abgerechnet werden soll direkt in Rubel beziehungsweise dem Yuan, der chinesischen Währung. Der amerikanische Dollar spielt bei dem Gigageschäft keine Rolle mehr.
Das ist wohl nicht ganz korrekt. Denn einer wenn nicht der wichtigste Absatzmarkt der Chinesen sind die VStvA. Von dem, was sie dorthin gegen Schuldversprechen exportieren, finanzieren sie ihren Energieimport.
Ganz einfach bildlich gesprochen: Die Amis sind das schwarze Loch des Kapitalismus, welches die weltweiten Überschüsse vertilgt, und die sich daraus ergebenden Schulden weltweit mit militärischer Gewaltandrohung verteilt. Mal mehr oder weniger gerecht.
Der Sachverhalt sieht doch so aus:
Der chinesische Exporteur verkauft seine Waren an die US-Importeuer und erhält dafür den vereinbarten Preis in US-Währung. Da er damit wenig in China anfangen kann, tauscht er sie in Yuan um. So landen die USD schließlich bei der Zentralbank. Diese entscheidet frei, was damit geschieht. Sie kann damit ihre (Energie-)Importe zahlen, Gold kaufen oder sie verzinslich in (US-)Staatsanleihen anlegen. Davon macht sie ausgiebig Gebrauch, weil sie Zinsen erhält und die USA als guter Schuldner gelten. Das mag zwar nicht Deinem Weltbild entsprechen, wird aber von vielen so gesehen, die deswegen US-Staatsanleihen den Schuldverschreibungen ihrer eigenen Regierung vorziehen. Die USA gehören zu den wenigen Ländern, die in der Vergangenheit noch keinen Staatsbankrott hingelegt haben, insofern kann man auch mit einiger Berechtigung von einer Rückzahlung ausgehen, zumal die USA die Dollars nur zu drucken brauchten, um ihre Zahlungspflicht zu erfüllen.
Die Menschen sind daher bereit, den US-Konsum zu finanzieren, weil sie dafür werthaltige Zahlungsversprechen erhalten.
Die Situation in D. ist doch genau umgekehrt:
D. exportiert viele Waren und Dienstleistungen und hat - im Gegensatz zu den USA - einen Exportüberschuß. Allerdings hat es (hier vertreten durch die Bundesbank) für einen Teil seiner Exporte in den Euroraum keine werthaltigen Zahlungsversprechen in Form von staatlichen Schuldverschreibungen erhalten, sondern nur "Verrechnungsposten" - allgemein unter Target-Salden bekannt.
Der Begriff "Verrechnungsposten" wurde von der Bundesregierung gebraucht, die damit ausschloß, daß es sich um Forderungen gegen andere Zentralbanken im Euroraum oder EZB handelt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 23559.htmlEs gibt keine Target-Kredite, denn ein Kredit würde ja eine formale Übereinkunft zwischen Gläubiger und Schuldner voraussetzen. Tatsächlich gibt es solch eine Übereinkunft nicht - die Target-Salden wachsen einfach immer weiter, solange sich die Geschäftsbanken in Griechenland und anderen Problemstaaten der Euro-Zone ihr Geld vor allem bei den jeweiligen nationalen Notenbanken besorgen müssen - weil ihnen sonst kaum noch jemand etwas leihen will.
Die Target 2-Forderungen der Bundesbank beliefen sich Ende März 214 auf 47 Mrden Euro. In dieser Höhe stehen den deutschen Exporten in die Euroländer keine Zahlungen, sondern nur - wertlose - Verrechnungsposten gegenüber.
Das Handelsdefizit der USA im Handel mit China betrug im letzten Jahr 318 Mrden USD (oder ca. 23 Mrden €).
D. hat also Exportforderungen an andere Euro-Länder in Höhe des doppelten Defizits, das die USA im Handel mit China erwirtschaften.
Das "schwarze Loch des Kapitalismus" liegt vielleicht mehr in Europas Süden als auf der anderen Seite des Atlantiks. Aber so etwas dürfen die Medien natürlich nicht verbreiten, denn es würde "Europa" und dem "Euro" schaden....