Benedikt XVI korrigiert "Johannes Paul den Großen"

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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ottaviani
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Benedikt XVI korrigiert "Johannes Paul den Großen"

Beitrag von ottaviani »

eine unglaubliche Meldung kam über Radio Vatikan:
http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?id=39641
es ist unglaublich das würde bedeuten die kongregation hat schlampig gearbeitet Johannes Paul II eine falsche Entscheidung getroffen und das erforderliche Wunder was war das dann? wenn man das ganze noch im Zusammenhang mit dem neuen Papstwappen sieht ..........
verheißt das nix gutes

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Linus
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Re: Benedikt XVI korrigiert " Johannes Paul den Großen&

Beitrag von Linus »

ottaviani hat geschrieben:eine unglaubliche Meldung kam über Radio Vatikan:
http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?id=39641
es ist unglaublich das würde bedeuten die kongregation hat schlampig gearbeitet Johannes Paul II eine falsche Entscheidung getroffen und das erforderliche Wunder was war das dann? wenn man das ganze noch im Zusammenhang mit dem neuen Papstwappen sieht ..........
verheißt das nix gutes
kenne den seligzusprechenden nicht, was ist schlimm dran, wenns aufgeschoben wird (die vatradio meldung gibt ja auch nicht viel her für nen ausenstehenden).
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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Der Papst geht seiner Arbeit nach. Und wenn neue Erkenntnisse über eine Person auftauchen muss diesen nachgegangen werden. Das Wappen des Papstes beeinflusst mich in meinem Seelenheil nicht im geringsten. Und den Papstausasgen stimme ich zu. Somit passt für mich alles in der Führungsspitze der Kirche. Probleme sehe ich eher unten rum. :D

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Probleme sehe ich eher unten rum. :D
Das tut mir leid!

Stell Dich einfach nicht nackt vor den Spiegel, dann siehst Du es nicht.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

Knecht Ruprecht hat geschrieben:Der Papst geht seiner Arbeit nach. Und wenn neue Erkenntnisse über eine Person auftauchen muss diesen nachgegangen werden. Das Wappen des Papstes beeinflusst mich in meinem Seelenheil nicht im geringsten. Und den Papstausasgen stimme ich zu. Somit passt für mich alles in der Führungsspitze der Kirche. Probleme sehe ich eher unten rum. :D
nein begründung ist offenbar eine intervetion von jüdischer seite

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

ottaviani hat geschrieben:
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Der Papst geht seiner Arbeit nach. Und wenn neue Erkenntnisse über eine Person auftauchen muss diesen nachgegangen werden. Das Wappen des Papstes beeinflusst mich in meinem Seelenheil nicht im geringsten. Und den Papstausasgen stimme ich zu. Somit passt für mich alles in der Führungsspitze der Kirche. Probleme sehe ich eher unten rum. :D
nein begründung ist offenbar eine intervetion von jüdischer seite
Das wäre natürlich eine unfeine Gäste, wenn von Falschgläubigen, der Kirche irgendwelche Anweisungen gegeben würden.

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

was ich so bedauerlich finde das ist ein verfahren abgeschloßen das wunder ist da der termin steht bereits fest und dann so etwas

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

Da sieht man mal den Vorteil, wenn so etwas konziliar entschieden werden würde. Ich verweise mal beispielshalber auf die Heiligsprechung des letzten russischen Zaren und der mit ihm gemeuchelten. Die Person des Zaren hatte auch die eine oder andere Schwäche, aber "es gefiel dem Heiligen Geist...".

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

dazu sag ich jetzt nix sonst heißt es ich bin bös zu orthodoxen :mrgreen:

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Naja zumindest stoppt er mal die Heiligsprechungsmarotte von JP II, auserdem aufgeschoben oder neu geprüft wird wegen Einsprüchen seitens der frnz. Bischofskonferenz und frnz. Regierung. Das JP II unter bischöflicher Kollegialität etwas anderes verstand und die Bedenken nicht hören wollte, darüber brauchen wir gar net reden.

LG
Fiore
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Angelika
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Re: Benedikt XVI korrigiert " Johannes Paul den Großen&

Beitrag von Angelika »

ottaviani hat geschrieben:und das erforderliche Wunder was war das dann?
Dass der Heiligsprechungsprozess gestoppt wurde, bedeutet ja nicht, dass das erforderliche Wunder keins war. Wunder können auch bei Menschen aufgetreten sein, die nicht heiliggesprochen wurden.

Gruß
Angelika

Petra
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Beitrag von Petra »

Blaue Wunder zum Beispiel :D

SCNR

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Die Frage ist ja auch, was als Wunder gilt.
Welche Kriterien müssen eigentlich erfüllt sein, damit etwas als Wunder anerkannt wird ?

Gruß
Angelika

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Seit Karl wissen wir es reichen "Krampfadern", sicher reicht auch das plötzliche verschwinden blauer Flecken.

LG
Fiore
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stern
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Beitrag von stern »

Du hast vergessen Deinen eigenen Mist zu löschen. :mrgreen:

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Man sollte künftig vor Selig-und Heiligsprechungen generell die Juden fragen, ob von ihrer Seite auch alles ok ist.

Man darf überhaupt Antisemitismen in Gegenwart und Vergangenheit nicht mehr dulden, man muß Zeichen setzen. So überlege ich mir, ob ich meine CD-Sammlung von Mozart überhaupt noch behalten darf, denn von Mozart sind mir antisemitische Äußerungen bekannt - das hat mich schon sehr betroffen gemacht. Wir müssen schließlich den Anfängen wehren und außerdem möchte doch auch zu den Anständigen gehören.

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

@Ewald

Nein aber ein Heiliger ist nun mal auch ein Vorbild und ein Vorbild das antisemitisch, auch wenn Umstände, Zeit, Gesellschaft etc anders waren, dafür sind die Wunden noch zu wenig vernarbt. Und stell dir mal vor es wäre umgekehrt und du wärst als Christ/Deutscher jahrhunderte geschaßt und sogar verfolgt worden, da hätte sich in deiner Mentalität auch eine gewisse Sensibilität eingebrannt. Besonders da der Antisemitismus noch immer nicht zu den ausgerotteten "Dummheiten" gehört, oder zumindest "Dümpelbiotopmeinungen" einer vernachlässigbaren Minderheit-

LG
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

FioreGraz hat geschrieben:@Ewald

Nein aber ein Heiliger ist nun mal auch ein Vorbild und ein Vorbild das antisemitisch, auch wenn Umstände, Zeit, Gesellschaft etc anders waren, dafür sind die Wunden noch zu wenig vernarbt. Und stell dir mal vor es wäre umgekehrt und du wärst als Christ/Deutscher jahrhunderte geschaßt und sogar verfolgt worden, da hätte sich in deiner Mentalität auch eine gewisse Sensibilität eingebrannt. Besonders da der Antisemitismus noch immer nicht zu den ausgerotteten "Dummheiten" gehört, oder zumindest "Dümpelbiotopmeinungen" einer vernachlässigbaren Minderheit-

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Ich bin völlig mit Dir d´accord: Bei Selig- und Heiligsprechungen sind ab Benedikt XVI primär politisch-pragmatische Aspekte entscheidend. Daher sollten auch die Juden als letzte Instanz darüber urteilen können, wer hienieden zu den Seligen und Heiligen erklärt werden darf und wer nicht. Das sollte verbindlich für alle Zeiten (semper) festgeschrieben werden, denn die Wunden vernarben nie, weil die Vergangenheit nicht vergehen darf. Wir dürfen den neuen "Römischen Prozessen" erwartungsvoll-gespannt entgegenhoffen.

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

@Ewald

Hat nix mitPolitik sondern Respekt und Pietät zu tun.
Aber wie wäre es wenn Israel, Pontius Pilatus, Judas, Kaphas, Diokletian und Nero zu Gerechten der Gerechten oder wie das heißen mag erklären?

LG
Fiore
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Pilatus laß mal außen vor, der ist in der Kirche teils ja als Heiliger verehrt worden. Was die andern betrifft: Weshalb sollte mich das scheren? Ich versuche nicht, andern Vorschriften zu machen, wen sie verehren dürfen und wen nicht.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Im übrigen würde mal halblang machen und nicht überall finstre Verschwörungen wittern.
Wer Informationen über P. Leo Dehon sucht, findet sie hier: http://www.scj.de/presse.php
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Pilatus laß mal außen vor, der ist in der Kirche teils ja als Heiliger verehrt worden. Was die andern betrifft: Weshalb sollte mich das scheren? Ich versuche nicht, andern Vorschriften zu machen, wen sie verehren dürfen und wen nicht.
Würdest das auch sagen wenns die Römmer noch immer geben würde und wir nach 2000 Jahren endlich normal leben könnten, und die erheben jetzt Judas zum Gott?

Lg
Fiore
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Solange sie die Kirche nicht zwingen, dabei mitzutun – weshalb sollte mich das jucken?
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beth
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Beitrag von beth »

Der Dehonianerpater Stefan Tertünte, scj aus:

„Léon Dehon und die aktuelle Historiographie“

„…Ein in der ordenseigenen Stifterforschung bisher kaum thematisierter Bereich ist der Antisemitismus Léon Dehons. Pierre Pierrard (Institut Catholique, Paris) zählt ihn mehrmals unter jene Persönlichkeiten in der Démocratie Chrétienne, die im Gegensatz zu wenigen Ausnahmen wie z.B. Lemire und später auch Naudet, sich nicht dem Antisemitismus entzogen haben, so z.B. in folgender Passage:
„Les catholiques qui à la fin du XIXe siècle, forment les bataillons les plus avancés de l’engagement démocratique et social, ne sont pas exempts de la détestation, voire de la haine du juif, considéré par eux comme un personnage à qui on a indûment fait une place dans la société chrétienne en pleine mutation.... Aux collaborateurs lyonnais [de la revue antisémite ‘La France libre’]... se joignent des journalistes de La Libre Parole et quelques grands noms de la Démocratie chrétienne: les abbés Gayraud, Dehon, Garnier, Lemire, Cetty, Naudet.“10
In einem anderen Buch widmet Pierre Pierrard dem Antisemitismus Dehon’s einen eigenen Abschnitt. Nachdem er ihn als einen der „chefs de la démocratie chrétienne... au premier plan de l’action sociale des catholiques français“11 vorgestellt hat, illustriert er durch ausführliche Zitate aus Dehon’s Catéchisme social dessen Antisemitismus: Dieser richte sich vor allem gegen die kirchenfeindlichen und ökonomischen Aktivitäten der Juden. Nachdem die europäischen Nationen zum großen Teil die antisemitischen Gesetzgebungen früherer Generationen aufgegeben haben, begrüßt Léon Dehon in diesen Zitaten eine auch seiner Meinung nach hin und wieder übertriebene Reaktion hin zu einer die Freiheit der Juden einschränkenden Gesetzgebung.
Das Verbleiben Dehons in der antisemitischen Strömung der DC bemerkt auch Jean-Marie Mayeur in einem Artikel: „Mis à part certains comme Naudet, Lemire, qui ont pris leurs distances et qui ont évolué vers la gauche, le mouvement des abbés démocrates, avec des hommes comme Dehon, Gayraud, avec La Croix des Assomptionnistes... a participé de l’antidreyfusisme et du nationalisme du tournant du siècle.“

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Beth hat geschrieben:… der Antisemitismus Léon Dehons …: Dieser richte sich vor allem gegen die kirchenfeindlichen und ökonomischen Aktivitäten der Juden.

… was völlig legitim ist, ja für einen Gläubigen geradezu selbstverständlich, und mit deinem heißgeliebten Antisemitismus nicht das Geringste zu tun hat.
kreuz.net hat geschrieben:Doch ein Seliger
[right]http://www.kreuz.net/newsimage/newsimage.1501.4.jpg[/right]
Eigentlich hätte Pater Leon Dehon schon im April zur Ehre der Altäre aufsteigen sollen. Das Wunder, mit dem Gott seine Seligsprechung bestätigte, war anerkannt. Doch dann wurde der Diener Gottes das Opfer einer aufgebauschten Kontroverse und kalter Füße im Vatikan.

Rom (kreuz.net) Pater Léon Dehon (†1925) ist der Gründer der Herz-Jesu-Patres. Zu seinen Lebzeiten war der französische Priester als Sozialapostel bekannt. Er verteidigte die Armen, die Verfolgten und auch das jüdische Volk.

Das erklärte kürzlich der gegenwärtige Generalobere der Herz-Jesu-Patres in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur ‘Zenit’.

Wegen seiner heroischen Tugenden wollte Papst Johannes Paul II. den französischen Pater im April seligsprechen. Doch der Papst starb vorher. Es mußte für die Seligsprechung ein neues Datum gefunden werden.

In der Zwischenzeit publizierten einige französische Medien, die für ihre unsachliche kirchliche Berichterstattung bekannt sind, Sätze und Texte, in denen Pater Dehon das Verhalten von einzelnen Juden kritisierte.

Es war ein leichtes, die Französische Bischofskonferenz mit der Antisemitismus-Keule in Aufruhr zu bringen. Sogar die französische Regierung beeilte sich zu erklären, daß man keine diplomatischen Vertreter zur Seligsprechung entsenden werde.

Der französische Sozialapostel wurde posthum noch einmal ein Opfer der Mächtigen.

Daraufhin ernannte Papst Benedikt XVI. eine Kommission, um sich die Anklagen näher anzuschauen und verschob die Seligsprechung auf unbestimmte Zeit und vielleicht auf den St. Nimmerleinstag.

Pater José Ornelas Carvalho, der Generalobere der von Pater Dehon gegründeten Herz-Jesu-Patres, kann diesem künstlichen Rummel nichts abgewinnen.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur ‘Zenit’ erklärte er, daß die Kritiken gegen den Gründer seiner Kongregation verleumderisch seien:

„Alle Werke von Pater Dehon – die jetzt beschuldigten Passagen eingeschlossen – sind öffentlich zugänglich und wurden den Mitarbeitern der Kongregation für die Heiligsprechungen unterbreitet.“

Es habe in dieser Frage keine Versteckspiele gegeben, wie die für ihre kirchenfeindlichen Positionen bekannte französische Tageszeitung ‘Le Monde’ im Juni behauptete.

In Frankreich gab es eine eigentliche Schmier- und Lügenkampagne gegen den Ordensgründer.

So wurde behauptet, daß der Seligsprechungsprozeß für Pater Dehon bereits 1952 unterbrochen worden war. Das sei falsch, weil der Prozeß erst in diesem Jahr begann, so der Generalobere.

‘Le Monde’ setzte zudem in die Welt, daß sich selbst Papst Leo XIII. (†1903) von Pater Dehon distanziert habe.

Wahr ist das Gegenteil.

1897 ernannte Leo XIII. den Pater als Konsultor für die Index-Kongregation: „Es soll bekannt sein, daß ich seine Ansichten bestätige, da ich ihm das Amt anvertraue, die Glaubenslehre anderer zu überprüfen.“

Die damalige Index-Kongregation beschäftigte sich mit der Überprüfung von umstrittenen literarischen Werken und beurteilte die Frage, ob sie auf die Liste der verbotenen Bücher gesetzt werden sollten.

Es könne keine Rede davon sein, daß Pater Dehons Haltung dem jüdischen Volk gegenüber negativ besetzt gewesen sei. Der Pater habe oft die providentielle Dimension der Juden in der Heilsgeschichte hervorgehoben.

Besonders habe er sich gewünscht, daß die großen Figuren des Alten Testamentes in den Liturgischen Kalender der Katholischen Kirche eingefügt würden.

Der Generalobere zitiert einen Text: „Das jüdische Volk ist ein Volk der göttlichen Vorsehung. Gott hat es nicht endgültig verlassen. Er bewahrt es als Zeugen der Geschichte und der Heiligen Schrift. Er hat für die Juden als Geschenk am Ende der Zeiten dieser Welt eine große Mission vorgesehen.“

Ob es wahr sei, daß Pater Dehon die Judenfeindlichkeit verurteilt habe?

„Aber natürlich“ – antwortet der Generalobere. Als Berater der Index-Kongregation setzte er sich energisch gegen die „Action Française“ ein. In seinem Bericht erwähnte er ausdrücklich die Judenfeindlichkeit der Bewegung als einen Grund, um sie zu verurteilen.“

Die ‘Action Française’ war eine politische Bewegung in Frankreich. Sie wurde 1898 gegründet und 1926 von Papst Pius XI. (†1939) wegen ihres extremen Nationalismus und der Benützung der katholischen Lehre für die eigenen Ziele verurteilt.

Der Generalobere äußert seine Bestürzung über die Verleumdung von Pater Dehon durch Teile der Medien und durch Vertreter des Judentums.

Man habe [weiter]
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beth
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Beitrag von beth »

@Robert

Ich habe mit dem zitierten Beitrag von Stefan Tertünte, SCJ nichts für und nichts gegen L. Dehon behauptet.
Wir können alles Weitere der neu bestellten Kommission PBXVI. getrost überlassen und abwarten und hat „mit deinem heißgeliebten Antisemitismus nicht das Geringste zu tun“.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ah! Hatte übersehen, daß du bloß zitiertest. Tja, man sollte auch Gänsefüßchen beachten und nicht bloß die Zitationsfunktion der Forenweichware. Bitte um Entschuldigung.
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Ragnar
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Beitrag von Ragnar »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Im übrigen würde mal halblang machen und nicht überall finstre Verschwörungen wittern.
Wer Informationen über P. Leo Dehon sucht, findet sie hier: http://www.scj.de/presse.php
Interessante Site, und wo habe ich da die Stellungsnahme zu dem Problem überlesen?
Zitat hat geschrieben: Der Generalobere zitiert einen Text: „Das jüdische Volk ist ein Volk der göttlichen Vorsehung. Gott hat es nicht endgültig verlassen. Er bewahrt es als Zeugen der Geschichte und der Heiligen Schrift. Er hat für die Juden als Geschenk am Ende der Zeiten dieser Welt eine große Mission vorgesehen.“

Erst wenn man bereit ist,
das Judentum als auf gleicher Augenhöhe zu akzeptieren,
kann von gelichen Voraussetzungen ausgegangen werden.
Mit solch' dummen Bemerkungen "als Geschenk",
nimmt man gläubige Juden gegen den Juden Jesus ein,
denn nicht ein Mensch ist Genschenk für einen Menschen!
denn es gibt nur Gott!
Zuletzt geändert von Ragnar am Mittwoch 20. Juli 2005, 11:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Ragnar, ich werde von Deinem Talent, Unsinn zu schreiben, immer mehr beeindruckt! :troll:
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

Ragnar
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Beitrag von Ragnar »

Lieber Alexander,
wo ist mein letzter Beitrag unsinnig?

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WiTaimre
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Beitrag von WiTaimre »

".... Er hat für die Juden als Geschenk am Ende der Zeiten dieser Welt eine große Mission vorgesehen."
LOL - naja, das kann einem "Vertreter des Judentums - als solchen - schon ein bissken fuerchten machen, wenn zur Zeit im Internet ja auch soviel "Wind" von den "Messianischen" gemacht wird, die behaupten, das Ende der Zeiten koenne ja nur erreicht werden, falls der Letzte Jud mit List und Tuecke ins Christentum - egal welches - ruebergeschaufelt worden sei, dann klingt "Geschenk" einfach etwas drohend, nicht?

Abgesehn davon, der Hl.Stuhl sieht sich die Argumente halt nochmals durch, ist doch kein Problem, oder? Macht er doch immer, wenn neue Argumente auftauchen. Ich denk, da wird nicht so wesentlich sein, ob jemand was betreffs einzelner oder aller Juden gesagt hat, sondern in welcher reihenfolge in seinem Leben, und wie derenige damit praktisch umging.

Der Staat Frankreich wird ja auch nit gerade als Kompetenz anzusehn sein, wen Katholiken und wofuer sie den Selig-oder heilig-sprechen. Und weil Juden keinen zentralen Vatikan haben, wird man auch nicht auf jeden hoeren, der es auch ist. Ernsthafte religioese Juden werden das auch nicht erwarten, da denkt man sich halt, dass jede Konfession ihre eigenen Leut im eignen Gan Eden / Himmel / Paradies hat und sowieso nicht die von andern.

Schalom - Pax :.)
mfg WiT

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Vatikan: Johannes Paul II. bereits im März selig?

Grundlage für die Seligsprechung könnte ein von Johannes Paul II. in Frankreich vollbrachtes Wunder sein, so Dziwisz. AP
http://www.welt.de/data/2005/12/01/811073.html

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