Angelika hat geschrieben:Mich interessiert eine Frage, die ich vor einiger Zeit schon mal gestellt habe, auf die ich aber keine Antwort bekam:
Gab es im Laufe der zweitausendjährigen Geschichte der katholischen Kirche Veränderungen bei den Todsünden ?
Also, galt früher mal etwas als Todsünde und heute nicht mehr ?
Du meinst wohl als
schwere Sünde (schwerwiegende Materie).
Nun, das
Zinsnehmen ist wohl so ein Fall. Früher strikt verboten, heute erlaubt.
Umgekehrte Fälle:
Menschenhandel wird heute wohl in jedem Fall als schwere Sünde gewertet, während in manchen Zeiten
Kauf und Verkauf von Sklaven erlaubt war.
Auch die
Folter wird heute von der Kirche strikt verworfen, wurde aber lange als gerichtliches Mittel problemlos bejaht.
Nicht in den großen moralischen Prinzipien (Gottes- und Nächstenliebe), wohl aber in den Ableitungen davon, also in den ethische Einzelnormen, hat es im Lauf der Kirchengeschichte schon deutliche Änderungen (oft trotz langer Tradition) gegeben. Ähnliches kann natürlich auch für die Zukunft nicht ausgeschlosen werden.
Die Kirche hat sich m. W. in Einzelnormen bisher kaum oder nie absolut festgelegt, also noch nie Dogmatisierungen vorgenommen.