Kurzmeldungen / Nachrichten

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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Kaum durchzublicken, wer da im Ernst, wer ironisch, wer sarkastisch
redet. Ernsthafte Antwort auf die wie auch immer gemeinte Frage, wel-
che Staaten da Krieg führten: US-Amerikaner und Briten haben Afgha-
nistan überfallen und regional diverse offizielle oder inoffizielle Marionet-
tenrégimes installiert, gebildet aus den Anführern bewaffneter Banden
und Patronen des Mohnanbaus und der Opiumverwertung. Sie führen
nun seit Jahren dort einen Besatzerkrieg gegen die einheimische Guerilla,
zu welchem sie auch starke Kontingente ihrer Bundesgenossen weltweit
herbeikommandiert haben, darunter auch deutsche Truppen, die so an
diesem schmutzigen und verbrecherischen Krieg beteiligt sind.
Das ist eine Sichtweise, aber keine juristische. Denn juristisch ist das kein Krieg. Die internationalen Streitkräfte haben ein völkerrechtlich wirksames Mandat für ihren Einsatz, nämlich die Resolution 1368 des UN-Sicherheitsrats. Afghanistan ist übrigens seit 1946 Mitglied der UNO.

Nach dem so genannten Kriegsächtungspakt, dem Briand-Kellogg Pakt von 1928, sind Kriege als Mittel der Lösung zwischenstaatlicher Konflikte verboten. Das hat die UNO übernommen, es ist zwingendes Recht. Erlaubt ist der militärische Einsatz nur noch zur Schaffung von Frieden oder Erhaltung des Friedens. Dies stellt keine Durchbrechung des totalen Kriegsverbots, sondern dessen Bestätigung dar. Zwangsmaßnahmen unter UN-Mandat sind daher per definitionem keine Kriege. Oder um es mit Ex-General Naumann zu sagen: Es ist kein Krieg, weil die UNO keine Kriege legitimiert. Klingt blöd, ist aber völkerrechtlich wasserdicht.

Offen bleiben daher nur die Fragen, wie es moralisch mit dem Afghanistan-Einsatz aussieht und wo die Schwächen des Völkerrechts liegen, wenn es sich dergestalt darstellt...

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lifestylekatholik
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von lifestylekatholik »

Maurus hat geschrieben:Oder um es mit Ex-General Naumann zu sagen: Es ist kein Krieg, weil die UNO keine Kriege legitimiert. Klingt blöd, ist aber völkerrechtlich wasserdicht.
Klingt nicht nur blöd, ist auch völljer Quark.

Was mich an Juristen (auch heute wieder im Ausschuss) immer wieder überrascht, ist, dass sie glauben, mit ihren Definitionen würden sie irgendwelche relevanten Aussagen über die Wirklichkeit treffen. Dieser Illusion verfallen ja meist noch nicht einmal Mathematiker.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Oder um es mit Ex-General Naumann zu sagen: Es ist kein Krieg, weil die UNO keine Kriege legitimiert. Klingt blöd, ist aber völkerrechtlich wasserdicht.
Klingt nicht nur blöd, ist auch völljer Quark.

Was mich an Juristen (auch heute wieder im Ausschuss) immer wieder überrascht, ist, dass sie glauben, mit ihren Definitionen würden sie irgendwelche relevanten Aussagen über die Wirklichkeit treffen. Dieser Illusion verfallen ja meist noch nicht einmal Mathematiker.
Ja richtig, die Wirklichkeit ist eine andere Sache. Zweierlei ist dann mE aber zu beachten: 1) Eine juristische Bewertung kann sich nur an juristischen Definitionen festmachen. Wer also die Afghanistanfrage jenseits völkerrechtlicher Spitzfindigkeiten diskutieren will, der muss auch auf die rechtliche Einordnung verzichten. Beides zusammen geht mE nicht. 2) Diese Diskussion sollte sich juristischer Termini enthalten. Um die Präsenz der internationalen Streitkräfte zu beurteilen braucht es das Wort Krieg nicht. Eine Einschätzung über die moralische Richtigkeit (aufgrund der wirklichen Verhältnisse, also der Wirklichkeit jenseits juristischer Wahrheiten) kann auch so getroffen werden. Man kann ohne weiteres auch ohne Rückgriff auf juristische Termini begründen, ob der Überfall gerechtfertigt war, die militärischen Operationen gerechtfertigt waren (sind) oder die dauerhafte Präsenz der Truppen gerechtfertigt ist.

Ich zB halte den Angriff der US-Truppen auf Afghanistan für falsch. Dies nicht aufgrund einer juristischen Prämisse (für die es mE keinen Raum gäbe), sondern beispielsweise schon deshalb, weil der Einsatz in keinem Verhältnis zum angestrebten Ziel steht, wobei sich zusätzlich die Frage stellt, ob er das selbst vorgegebene Ziel, nämlich die Bekämpfung des sog. Internationalen Terrorismus überhaupt erreichen konnte. Ich meine, nein. Ich meine auch, dass die amerikanische Regierung, informiert von einem riesigen Geheimdienstapparat dies wissen konnte. Denn die Geheimdienstler werden der Bush-Administration geflüstert haben, dass nicht Afghanistan, sondern eher Saudi-Arabien ein Rückzugsraum (wie auch immer) des Terrorismus ist. Mit den Saudis freilich verbindet die USA im allgemeinen und der Bush-Clan im besonderen ja eine innige Partnerschaft. Fazit: Der Angriff ist fragwürdig begründet und von fragwürdigem Zweck. Rechnet man die unausweichlichen Verheerungen hinzuund setzt das ganze in ein Verhältnis, so bleibt nur die Ablehnung des ganzen und die moralische Verwerflichkeit des Vorgehens.

Zweiter Punkt ist die nachfolgende Terroristenjagd der schließlich stationierten Bodentruppen. Nach offizieller Auffassung kämpfen die Bodentruppen Seit' an Seit' mit der afghanischen Armee, die dem nach offizieller Darstellung demokratisch legitimierten Präsidenten untersteht. Aufstände gegen diese Ordnung sind daher objektiv ungesetzlich. Dazu ist der Einsatz völkerrechtlich abgesichert. Auch hier lässt sich rechtlich also, jedenfalls nach meiner bescheidenen Auffassung nichts machen. Es bleibt die kritische Analyse der Vorgänge, die ein moralisches Urteil ermöglicht. Hier ist zu fragen, in wie weit wirklich eine Legitimation der afghanischen Staatsgewalt besteht und ob diese nicht bloß ein Marionettenregime des Westens ist. Zu fragen ist auch nach den Hintergründen und ggfs Zwängen, die zur Verabschiedung der afghanischen Verfassung geführt haben. So wäre es moralisch zu verwerfen, wenn der Einsatz von NATO-Truppen auf Bitten eines von der NATO als Marionette gehaltenen Staatschefs zu stande käme. Obwohl dafür einiges spricht, halte ich für die Beantwortung dieser Frage tiefere Kenntnisse über die Mechanismen der Macht inder afghanischen Stammestradition für notwendig. Also wenn Scholl-Latour hier zufällig mitliest, so möge er sich melden :breitgrins:.

Dritter Punkt ist die Präsenz der Bodentruppen an sich. Auch diese ist rechtlich abgesichert. Die Frage ist: Sollten die Truppen nicht dennoch sofort verschwinden, weil sie erstens eine dauernde Gefahr für die Bevölkerung darstellen und zweitens auch selbst in immer größere Gefahr geraten, und das für ein unklares Einsatzziel mit mehr als fragwürdigen Aussichten. Im Prinzip müsste man die Frage bejahen, nur sehe ich da ein Problem: Mit ihrer Präsenz wägen die Truppen etliche Oppositionelle, Aktivisten etc seit Jahren in eine scheinbare Sicherheit. Im Vertrauen darauf haben sie sich in aller Öffentlichkeit für ihre Ziele eingesetzt, für die Bekämpfung der Taliban, für einen moderaten Islam, für Mädchenschulen, für Radio und TV, was auch immer. Gingen die Truppen über Nacht, so wären die Taliban, da sind sich Experten mW einig, sofort wieder in ihrer alten Machtposition. Sie könnten nun ohne Probleme an den "Kollaborateuren" Rache nehmen. Daran trügen mE die internationalen Truppen eine gewichtige Mitverantwortung. Der dritte Punkt ist daher wohl nicht so einfach zu entscheiden.

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lifestylekatholik
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von lifestylekatholik »

Maurus hat geschrieben:Diese Diskussion sollte sich juristischer Termini enthalten. Um die Präsenz der internationalen Streitkräfte zu beurteilen braucht es das Wort Krieg nicht.
Es ist eine arrogante Anmaßung, das Wort »Krieg« für einen jurstischen Fachbegriff zu erklären, um es 1. aus dem allgemeinen Wortschatz und damit der Debatte zu entfernen und 2. an seine Stelle geschichtslose und bedeutungsleere Kunstbegriffe wie »militärische Operationen« zu setzen, die sich mit jeweils genehmem Inhalt füllen lassen.

Pardon, das ist Anleitung zu Sprach- und Denkverwirrung.

Wenn sich die Juristerei irgendwelche Wörter aus dem allgemeinen Wortschatz aneignet und ihne eigene Definitionen gibt, hat sie damit noch lange keinen Anspruch darauf, dass diese Definitionen in der allgemeinen Verwendung übernommen, ja überhaupt nur beachtet werden. Wäre ja auch noch schöner!
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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Diese Diskussion sollte sich juristischer Termini enthalten. Um die Präsenz der internationalen Streitkräfte zu beurteilen braucht es das Wort Krieg nicht.
Es ist eine arrogante Anmaßung, das Wort »Krieg« für einen jurstischen Fachbegriff zu erklären, um es 1. aus dem allgemeinen Wortschatz und damit der Debatte zu entfernen und 2. an seine Stelle geschichtslose und bedeutungsleere Kunstbegriffe wie »militärische Operationen« zu setzen, die sich mit jeweils genehmem Inhalt füllen lassen.

Pardon, das ist Anleitung zu Sprach- und Denkverwirrung.

Wenn sich die Juristerei irgendwelche Wörter aus dem allgemeinen Wortschatz aneignet und ihne eigene Definitionen gibt, hat sie damit noch lange keinen Anspruch darauf, dass diese Definitionen in der allgemeinen Verwendung übernommen, ja überhaupt nur beachtet werden. Wäre ja auch noch schöner!
Da kannst du recht haben, aber was nützt dir's, wenn doch immer jemand kommt und sagt "Nee, kein Krieg, weil Art xy der UN-Charta blabla...". "Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf. Das verleitet dazu, immer auf die juristische Definition abzustellen, denn oft (keineswegs immer) sind die am präzisesten (was nicht heißt, dass sie am besten sind). Will man das vermeiden, müsste man eine eigene Definition anführen. Das aber ist willkürlich, denn jemandem das Führen eines Kriegs vorzuwerfen, wenn man zuvor selbst definiert hat, was ein Krieg überhaupt ist, kann ja irgendwo auch nicht wirklich richtig sein.

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lifestylekatholik
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von lifestylekatholik »

Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein. Jeder weiß, was gemeint ist, nur Juristen mit ihrer Definition haben plötzlich keine Ahnung mehr, was Krieg ist, selbst wennse mit der Nase in die Scheiße reingesteckt werden.
Zuletzt geändert von lifestylekatholik am Donnerstag 13. August 2009, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein.
Bitte? Das Wort ist also selbsterklärend? Was ist mit Cyber-Krieg, Nachbarschaftskrieg, Scheidungskrieg? Sind das auch Kriege? Oder ist Krieg einfach ein anderes Wort für "Konflikt" oder "Streit"?

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lifestylekatholik
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von lifestylekatholik »

Maurus hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein.
Bitte? Das Wort ist also selbsterklärend? Was ist mit Cyber-Krieg, Nachbarschaftskrieg, Scheidungskrieg? Sind das auch Kriege? Oder ist Krieg einfach ein anderes Wort für "Konflikt" oder "Streit"?
Du braucht nicht zu versuchen abzulenken. Es geht um den Krieg in Afghanistan.
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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein.
Bitte? Das Wort ist also selbsterklärend? Was ist mit Cyber-Krieg, Nachbarschaftskrieg, Scheidungskrieg? Sind das auch Kriege? Oder ist Krieg einfach ein anderes Wort für "Konflikt" oder "Streit"?
Du braucht nicht zu versuchen abzulenken. Es geht um den Krieg in Afghanistan.
Du lenkst ab. Ist der Begriff nun selbsterklärend oder nicht? Der Jurist sagt, in Afghanistan herrscht kein Krieg. Er kann das auch begründen. Wie hältst du dagegen, ohne andere Definition von Krieg? Was ist denn "Krieg"?

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Ewald Mrnka
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Ewald Mrnka »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein. Jeder weiß, was gemeint ist, nur Juristen mit ihrer Definition haben plötzlich keine Ahnung mehr, was Krieg ist, selbst wennse mit der Nase in die Scheiße reingesteckt werden.
:klatsch:
Gewisse Juristen verwechseln ihre kleinen dümmlichen Definitionen für die Wirklichkeit an sich. Da muß und kann man nicht "argumentieren", da ist jedes Wort verschwendet.

Wer das, was in Afghanistan anders als Krieg bezeichnet, der ist entweder ein Idiot oder er ist ein krimineller Lügner - allenfalls ein akademisch "gebildeter" Schwachkopf.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:"Krieg" ist eben ein Wort, das der Definition bedarf.
Schlicht nein. Jeder weiß, was gemeint ist, nur Juristen mit ihrer Definition haben plötzlich keine Ahnung mehr, was Krieg ist, selbst wennse mit der Nase in die Scheiße reingesteckt werden.
:klatsch:
Gewisse Juristen verwechseln ihre kleinen dümmlichen Definitionen für die Wirklichkeit an sich. Da muß und kann man nicht "argumentieren", da ist jedes Wort verschwendet.

Wer das, was in Afghanistan anders als Krieg bezeichnet, der ist entweder ein Idiot oder er ist ein krimineller Lügner - allenfalls ein akademisch "gebildeter" Schwachkopf.

Unsinn. Wer sagt, es ist aus völkerrechtlicher Sicht kein Krieg, der hat damit Recht. Das ist offenkundig und kann in jedem Lehrbuch des Völkerrechts nachgelesen werden. Da er nichts dafür kann, dass das Völkerrecht ist, wie es ist, kann man ihm das auch nicht vorwerfen. Man kann auch nicht behaupten, dass ein Konflikt auch rechtlich als Krieg zu werten ist, nur weil man persönlich dieser Meinung ist, sich diese Meinung aber nicht auf die juristischen Fakten sondern etwa auf eine moralische Bewertung stützt. Auch für diese Bewertung aber bräuchte es einen Anhaltspunkt, ab wann etwas als Krieg zu bezeichnen ist.

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Marion
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Marion »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Wer das, was in Afghanistan anders als Krieg bezeichnet, der ist entweder ein Idiot oder er ist ein krimineller Lügner - allenfalls ein akademisch "gebildeter" Schwachkopf.
:daumen-rauf:
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Ewald Mrnka
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Ewald Mrnka »

Maurus hat geschrieben:

Unsinn. Wer sagt, es ist aus völkerrechtlicher Sicht kein Krieg, der hat damit Recht. Das ist offenkundig und kann in jedem Lehrbuch des Völkerrechts nachgelesen werden. Da er nichts dafür kann, dass das Völkerrecht ist, wie es ist, kann man ihm das auch nicht vorwerfen. Man kann auch nicht behaupten, dass ein Konflikt auch rechtlich als Krieg zu werten ist, nur weil man persönlich dieser Meinung ist, sich diese Meinung aber nicht auf die juristischen Fakten sondern etwa auf eine moralische Bewertung stützt. Auch für diese Bewertung aber bräuchte es einen Anhaltspunkt, ab wann etwas als Krieg zu bezeichnen ist.
Die "Völkerrechtliche Sicht" ist völlig irrelevat, sie ist in der Realität s......egal.

"Völkerrecht" ist nichts weites als ein höherer & verlogener Blödsinn. Wer wirklich Macht hat, der lacht sich ins Fäustchen über derlei naive Abstaktionen.

Alles Augenwischerei & Betrug. Glasperlenspiel.
Deutsche lieben solche Kindereien - anderswo lächelt man über die ernsthaft-biederen Gartenzwerglein.
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Marion
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Beitrag von Marion »

Orwells 1984 ist zwar nur ein Film, aber diese Wortverdrehereien um ein Volk zu verblöden funktionieren leider auch in echt :(
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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:

Unsinn. Wer sagt, es ist aus völkerrechtlicher Sicht kein Krieg, der hat damit Recht. Das ist offenkundig und kann in jedem Lehrbuch des Völkerrechts nachgelesen werden. Da er nichts dafür kann, dass das Völkerrecht ist, wie es ist, kann man ihm das auch nicht vorwerfen. Man kann auch nicht behaupten, dass ein Konflikt auch rechtlich als Krieg zu werten ist, nur weil man persönlich dieser Meinung ist, sich diese Meinung aber nicht auf die juristischen Fakten sondern etwa auf eine moralische Bewertung stützt. Auch für diese Bewertung aber bräuchte es einen Anhaltspunkt, ab wann etwas als Krieg zu bezeichnen ist.
Die "Völkerrechtliche Sicht" ist völlig irrelevat, sie ist in der Realität s......egal.

"Völkerrecht" ist nichts weites als ein höherer & verlogener Blödsinn. Wer wirklich Macht hat, der lacht sich ins Fäustchen über derlei naive Abstaktionen.

Alles Augenwischerei & Betrug. Glasperlenspiel.
Wie das zu bewerten ist, ist doch ein völlig anderes Thema. Es ändert nichts an der Richtigkeit einer solchen Einschätzung.

Ich versuche es mit einem Beispiel:

"Die Calvinisten glauben nicht an die Realpräsenz."
Nun kann man sagen (sollte man sogar, SCNR 8)), dass dieser Glaube falsch ist. Der Satz ist aber nicht falsch, denn die Calvinisten glauben eben nicht an die Realpräsenz.

Genauso hier: "Völkerrechtlich handelt es sich bei dem Konflikt in Afghanistan nicht um einen Krieg". Nun kann man sagen (wie du), dass das Völkerrecht Murks ist, aber es ändern nichts daran, dass der Satz richtig ist, denn nach jedem Lehrbuch des Völkerrechts handelt es sich nicht um einen Krieg.

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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

noiram hat geschrieben:Orwells 1984 ist zwar nur ein Film, aber diese Wortverdrehereien um ein Volk zu verblöden funktionieren leider auch in echt :(
Was ist denn deine Definition des Begriffs?`Wieso ist das Geschehen in Afghanistan als Krieg zu bezeichnen?

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Ewald Mrnka
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Ewald Mrnka »

noiram hat geschrieben:Orwells 1984 ist zwar nur ein Film, aber diese Wortverdrehereien um ein Volk zu verblöden funktionieren leider auch in echt :(
Ja, Neusprech & "Definitionen" sollen von der Wirklichkeit ablenken.
So funktioniert die totalitäre Denke.
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Marion
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Marion »

wiki sagt
Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, den Konflikt durch gewaltsame Kämpfe und Erreichen einer Überlegenheit zu lösen. Die dazu stattfindenden Gewalthandlungen greifen gezielt die körperliche Unversehrtheit gegnerischer Individuen an und führen so zu Tod und Verletzung.....
Begriff
Das Wort „Krieg“ bedeutet ursprünglich „Hartnäckigkeit“, „Anstrengung“, „Streit“. Das Verb „kriegen“ heißt einerseits „Krieg führen“, andererseits „bekommen, erhalten“: Dies kann Herkunft und Charakter dieser kollektiven Gewaltanwendung anzeigen. Auch wo andere Kriegsanlässe im Vordergrund stehen, fehlt selten ein ökonomischer Hintergrund.

Während individuelles oder kollektives Rauben und absichtliches Töten von Menschen heute generell als Verbrechen gilt und in einem Rechtsstaat strafbar ist, wird „Krieg“ nicht als gewöhnliche Kriminalität betrachtet, sondern als bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Kollektiven, die sich dazu legitimiert sehen. Damit hebt ein Krieg die zivilisatorische Gewaltbegrenzung auf eine Exekutive, wie sie der Rechtsstaat als Regelfall voraussetzt, partiell oder ganz auf: Es stehen sich bewaffnete Armeen gegenüber, die ganze Völker oder Volksgruppen repräsentieren. Diese sind damit Kriegspartei.

Kriegsparteien beurteilen ihre eigene Kriegsbeteiligung immer als notwendig und gerechtfertigt. Ihre organisierte Kollektivgewalt bedarf also einer Legitimation. Krieg als Staatsaktion erfordert daher ein Kriegsrecht im Innern eines Staates sowie ein Kriegsvölkerrecht zur Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen. Dieses unterscheidet vor allem Angriffs- von Verteidigungskrieg.
Was fehlt dir in Afganistan um das Krieg zu nennen?
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:Orwells 1984 ist zwar nur ein Film, aber diese Wortverdrehereien um ein Volk zu verblöden funktionieren leider auch in echt :(
Ja, Neusprech & "Definitionen" sollen von der Wirklichkeit ablenken.
So funktioniert die totalitäre Denke.
Die Wirklichkeit lässt sich nur durch Begriffe beschreiben, und deren Inhalt muss allgemeingültig sein, denn sonst würde sie niemand verstehen. Also muss auch der Begriff "Krieg" irgendeinen Sachverhalt beschreiben, meinetwegen die militärische Auseinandersetzung zweier Staaten. Mit irgendeiner abstrakten Formulierung, begründet durch "das ist eben so" oder "alles andere ist Lüge" dagegen kann man gar nichts beschreiben, schon gar keine Wirklichkeit. Denn der Gegenüber vermag dann nicht zu entschlüsseln, was der andere überhaupt meint.

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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

noiram hat geschrieben:wiki sagt
Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, den Konflikt durch gewaltsame Kämpfe und Erreichen einer Überlegenheit zu lösen. Die dazu stattfindenden Gewalthandlungen greifen gezielt die körperliche Unversehrtheit gegnerischer Individuen an und führen so zu Tod und Verletzung.....
Begriff
Das Wort „Krieg“ bedeutet ursprünglich „Hartnäckigkeit“, „Anstrengung“, „Streit“. Das Verb „kriegen“ heißt einerseits „Krieg führen“, andererseits „bekommen, erhalten“: Dies kann Herkunft und Charakter dieser kollektiven Gewaltanwendung anzeigen. Auch wo andere Kriegsanlässe im Vordergrund stehen, fehlt selten ein ökonomischer Hintergrund.

Während individuelles oder kollektives Rauben und absichtliches Töten von Menschen heute generell als Verbrechen gilt und in einem Rechtsstaat strafbar ist, wird „Krieg“ nicht als gewöhnliche Kriminalität betrachtet, sondern als bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Kollektiven, die sich dazu legitimiert sehen. Damit hebt ein Krieg die zivilisatorische Gewaltbegrenzung auf eine Exekutive, wie sie der Rechtsstaat als Regelfall voraussetzt, partiell oder ganz auf: Es stehen sich bewaffnete Armeen gegenüber, die ganze Völker oder Volksgruppen repräsentieren. Diese sind damit Kriegspartei.

Kriegsparteien beurteilen ihre eigene Kriegsbeteiligung immer als notwendig und gerechtfertigt. Ihre organisierte Kollektivgewalt bedarf also einer Legitimation. Krieg als Staatsaktion erfordert daher ein Kriegsrecht im Innern eines Staates sowie ein Kriegsvölkerrecht zur Regelung zwischenstaatlicher Beziehungen. Dieses unterscheidet vor allem Angriffs- von Verteidigungskrieg.
Was fehlt dir in Afganistan um das Krieg zu nennen?
Gar nichts. Ich wollte lediglich wissen, wann ein Geschehen als Krieg bezeichnet werden kann, wenn man von der völkerrechtlichen Definition nichts wissen will. Mein Ansatz war, dass es dann einer andere Definition bedürfe, die anderen waren nicht dieser Meinung. Wenn du mit Hilfe des obigen Zitats den Konflikt in Afghanistan als Krieg bezeichnest, dann hast du dich damit meiner Position angeschlossen, denn das ist nichts anderes als eine Definition für einen Kriegszustand.

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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Marion »

Du siehst den Krieg also auch?!
Für wen hast du dich denn dann grad eingesetzt?
für die da doch:
Wer das, was in Afghanistan anders als Krieg bezeichnet, der ist entweder ein Idiot oder er ist ein krimineller Lügner - allenfalls ein akademisch "gebildeter" Schwachkopf.
Wieso tust du das?

Jetzt versteh ich dich nicht mehr :(
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Aufgeblasener Wichtigtuer & Co.:

http://www.ksta.de/html/artikel/12584265765.shtml
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

noiram hat geschrieben:Du siehst den Krieg also auch?!
Für wen hast du dich denn dann grad eingesetzt?
für die da doch:
Wer das, was in Afghanistan anders als Krieg bezeichnet, der ist entweder ein Idiot oder er ist ein krimineller Lügner - allenfalls ein akademisch "gebildeter" Schwachkopf.
Wieso tust du das?

Jetzt versteh ich dich nicht mehr :(
Kurzfassung: Oben ging es bereits um die Frage, ob der Konflikt in Afghanistan als Krieg zu bezeichnen sei. Ich wies daraufhin, dass nach dem Völkerrecht kein Krieg vorläge. Bereits durch die Wiedergabe einer Äußerung von Klaus Naumann, wonach der Krieg keiner sei, weil die UN keine Kriege legitimiere machte ich deutlich, dass das Völkerrecht an diese Stelle einer - vorsichtig ausgedrückt - gewöhnungsbedürftigen Logik folgt.

Ich meinte nun, dass es juristischer Termini nicht bedürfe, um das Vorgehen in Afghanistan zu bewerten. Lifestylekatholik meinte daraufhin sinngemäß, dass man sich die Wortwahl ja wohl kaum von den Juristen vorschreiben lassen könne. Ich antwortete darauf, dass bei der Verwendung solcher Begriffe in einer Diskussion am Ende eben immer von einer juristischen Definition ausgegangen werden würde. Wollte man dies vermeiden, müssen man eine eigene Definition des Begriffes bringen. Daraufhin meinte er, eine solche Definition sei überflüssig, was von meiner Seite her die Frage aufwarf und aufwirft unter welcher Prämisse man dann ein Vorgehen als Krieg bezeichnen kann oder nicht.

Dein Zitat aus Wikipedia wäre eine solche Prämisse. Es gibt da nur ein Problem: Warum wird denn überhaupt verlangt, dass hier von einem Krieg gesprochen wird? Hier oder anderswo ist bereits das Wort vom "Kriegsverbrecher" gefallen. Man will also das Wort Krieg verwendet wissen, um daraus gewisse Schlüsse zu ziehen. Wenn diese Schlüsse aber juristischer Natur sind (wie etwa Führen eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen), dann kommt für die Definition des Krieges nur die juristische Definition in Frage. Aus einer moralischen oder alternativen Definition heraus lassen sich keine juristischen Schlüsse ableiten, das wäre systemwidrig und überdies hochgradig willkürlich.

Also: Es geht hier nicht um Parteinahme für irgendeine Seite, oder sonstwas. Ich würde für diese Leute auch keine Partei nehmen. Allerdings setzt meine persönliche Abneigung das Völkerrecht nicht außer Kraft. Hier ging es lediglich um das Verständnis eines Wortes, es ist halt en bißchen ausgeufert.

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Marion
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Marion »

Maurus hat geschrieben: Es gibt da nur ein Problem: Warum wird denn überhaupt verlangt, dass hier von einem Krieg gesprochen wird? Hier oder anderswo ist bereits das Wort vom "Kriegsverbrecher" gefallen. Man will also das Wort Krieg verwendet wissen, um daraus gewisse Schlüsse zu ziehen. Wenn diese Schlüsse aber juristischer Natur sind (wie etwa Führen eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen), dann kommt für die Definition des Krieges nur die juristische Definition in Frage. Aus einer moralischen oder alternativen Definition heraus lassen sich keine juristischen Schlüsse ableiten, das wäre systemwidrig und überdies hochgradig willkürlich.
Öhm
Oh nein, auch die Juristen können nicht einfach Wörter die es schon gibt umdefinieren. Wo kommen wir denn dahin?
Falls sie irgendwas wofür es keine Wörter gibt in ihren Prozessen brauchen, dann sollen se sich NEUE bisher sinnunbesetzte Wörter dafür erfinden.

Und für Angriffskrieg gibt es bereits auch schon eine Definition:
Angriffskrieg bezeichnet die Kriegsführung eines Staates, bei der dieser als Angreifer einen anderen Staat auf dessen Territorium angreift, ohne dass der Angreifer (oder ein anderer Staat) entweder von dem angegriffenen Staat vorher selbst angegriffen worden wäre, ein solcher Angriff unmittelbar bevorstehen würde, oder der angegriffene Staat dem Angreifer den Krieg erklärt hätte oder Teile seines Territoriums besetzt hält.
Und falls die Juristen nun Gesetze gebastelt haben wo ein Krieg kein Krieg mehr ist (wie es wohl scheint nach dieser Diskussion hier) dann sind es ganz üble Verbrecher!
Und das systemwidrige und überdies hochgradig willkürliche liegt nicht bei denen die die Begriffe so benutzen wie sie immer benutzt wurden sondern bei den Wortverdrehern.
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Lioba »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Aufgeblasener Wichtigtuer & Co.:

http://www.ksta.de/html/artikel/12584265765.shtml
?? Wo ist das Problem??
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Beitrag von Maurus »

noiram hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben: Es gibt da nur ein Problem: Warum wird denn überhaupt verlangt, dass hier von einem Krieg gesprochen wird? Hier oder anderswo ist bereits das Wort vom "Kriegsverbrecher" gefallen. Man will also das Wort Krieg verwendet wissen, um daraus gewisse Schlüsse zu ziehen. Wenn diese Schlüsse aber juristischer Natur sind (wie etwa Führen eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen), dann kommt für die Definition des Krieges nur die juristische Definition in Frage. Aus einer moralischen oder alternativen Definition heraus lassen sich keine juristischen Schlüsse ableiten, das wäre systemwidrig und überdies hochgradig willkürlich.
Öhm
Oh nein, auch die Juristen können nicht einfach Wörter die es schon gibt umdefinieren. Wo kommen wir denn dahin?
Falls sie irgendwas wofür es keine Wörter gibt in ihren Prozessen brauchen, dann sollen se sich NEUE bisher sinnunbesetzte Wörter dafür erfinden.
Es geht nicht ums Umdefinieren. Es geht darum, dass für eine Rechtsfolge auch eine entsprechende Ursache vorhanden sein muss. Soll ein Vorgehen als Angriffskrieg gewertet werden, dann muss es sich auch tatsächlich um einen Krieg gehandelt haben, und zwar in juristischer Hinsicht. Denn die Vorurteilung wegen Führen eines Angriffskrieges ist ja ebenfalls ein juristischer Akt.

Anderes Beispiel: Soll jemand wegen einer Beleidigung verurteilt werden, so muss er auch eine Beleidigung im juristischen Sinne begangen haben. Die Tatsache, dass sich der Gegenüber beleidigt gefühlt hat, reicht nicht aus. Denn das stellt nur eine subjektive Empfindung dar, die aber nicht Teil eines nach objektiven Kriterien zu wertenden Verfahrens sein kann. Wenn du also zB unter einen meiner Beiträge "So ein Unsinn" schreiben würdest, dann könnte ich mich beleidigt fühlen. Ich könnte aber nicht aus diesem Gefühl eine Verurteilung nach § 185 StGB (Beleidigung) erreichen. Dazu müsste dein Verhalten auch nach objektiven juristischen Kriterien eine Beleidung gewesen sein.

Genauso in unserem Fall: Man kann zwar sagen, dass Afghanistan überfallen wurde, und das dort Krieg geführt wird usw. Aber das sind keine Bewertungen auf juristischer Ebene und weil sie einer juristischen Prüfung auch nicht standhalten würden, käme es auch nicht zu einer Rechtsfolge.
Und für Angriffskrieg gibt es bereits auch schon eine Definition:
Angriffskrieg bezeichnet die Kriegsführung eines Staates, bei der dieser als Angreifer einen anderen Staat auf dessen Territorium angreift, ohne dass der Angreifer (oder ein anderer Staat) entweder von dem angegriffenen Staat vorher selbst angegriffen worden wäre, ein solcher Angriff unmittelbar bevorstehen würde, oder der angegriffene Staat dem Angreifer den Krieg erklärt hätte oder Teile seines Territoriums besetzt hält.
Und falls die Juristen nun Gesetze gebastelt haben wo ein Krieg kein Krieg mehr ist (wie es wohl scheint nach dieser Diskussion hier) dann sind es ganz üble Verbrecher!
Juristen können keine Gesetze verabschieden. Darf ich für ein bißchen Ruhe plädieren?

Die rechtliche Legitimität des Vorgehens in Afghanistan ergibt sich aus den Vorschriften der UN-Charta, in Verbindung mit entsprechenden (völkerrechtlich verbindlichen) Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Mit diesem Verfahren haben sich alle Mitglieder der UNO durch Beitritt einverstanden erklärt.
In der maßgeblichen Resolution, der Resolution 1368, hat der UN-Sicherheitsrat erklärt, dass der Anschlag vom 11.9. zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung im Rahmen der UN-Charta berechtigt. Damit wäre nach Lesart der USA Afghanistan als "Terrornest" Angreifer und die USA zur Selbstverteidigung berechtigt. Es handelt sich nach dieser Lesart nicht mehr um einen Angriffskrieg. (Und hier liegt auch der eigentlich Hund begraben, denn ob das wirklich so zu rechtfertigen ist, ist eine ganz andere Geschichte.)
Und das systemwidrige und überdies hochgradig willkürliche liegt nicht bei denen die die Begriffe so benutzen wie sie immer benutzt wurden sondern bei den Wortverdrehern.
Es handelt sich nicht um Wortverdreherei.
Kurz erklärt: Im klassischen Völkerrecht, also wesentlich in der Zeit vor dem I. Weltkrieg, war der Souverän bzw der souveräne Staat zum Krieg berechtigt. Die Staaten hatten nicht wie heute die Pflicht, Frieden zu halten sondern konnten zu den Waffen rufen, wann immer das opportun erschien.
Heute jedoch sind Kriege geächtet. Nur braucht es dann auch Sanktionsmöglichkeiten, also Mittel der Bestrafung. Und daher muss man nun definieren, wann überhaupt ein Krieg vorliegt. Früher war das wurscht, weil die eine Armee die andere nur besiegen musste, dann konnte sie sich nehmen, was in Reichweite war. Es war nichts ungesetzliches daran. Heute ist das anders, und daher braucht man die Definition. Es wird hier also nichts umgebogen, sondern es ist ein notwendiger Schritt, um Kriegführende überhaupt rechtlich behandeln zu können.

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin »

Maurus hat geschrieben: Heute jedoch sind Kriege geächtet. Nur braucht es dann auch Sanktionsmöglichkeiten, also Mittel der Bestrafung. Und daher muss man nun definieren, wann überhaupt ein Krieg vorliegt. Früher war das wurscht, weil die eine Armee die andere nur besiegen musste, dann konnte sie sich nehmen, was in Reichweite war. Es war nichts ungesetzliches daran. Heute ist das anders, und daher braucht man die Definition. Es wird hier also nichts umgebogen, sondern es ist ein notwendiger Schritt, um Kriegführende überhaupt rechtlich behandeln zu können.
Das klingt alles sehr schlau, aber irgendwas kann daran nicht stimmen, wenn die USA seit dieser "Ächtung" offenbar straflos Krieg führen, wann, wo und wie sie wollen. Vielleicht ist es also doch eher Wortgeklingel, das nur von der Realität ablenken soll.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Maurus
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Maurus »

Peregrin hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben: Heute jedoch sind Kriege geächtet. Nur braucht es dann auch Sanktionsmöglichkeiten, also Mittel der Bestrafung. Und daher muss man nun definieren, wann überhaupt ein Krieg vorliegt. Früher war das wurscht, weil die eine Armee die andere nur besiegen musste, dann konnte sie sich nehmen, was in Reichweite war. Es war nichts ungesetzliches daran. Heute ist das anders, und daher braucht man die Definition. Es wird hier also nichts umgebogen, sondern es ist ein notwendiger Schritt, um Kriegführende überhaupt rechtlich behandeln zu können.
Das klingt alles sehr schlau, aber irgendwas kann daran nicht stimmen, wenn die USA seit dieser "Ächtung" offenbar straflos Krieg führen, wann, wo und wie sie wollen. Vielleicht ist es also doch eher Wortgeklingel, das nur von der Realität ablenken soll.
Recht und Gerechtigkeit sind vermutlich auch im Völkerrecht zwei paar Schuh. Ich persönlich halte es schon für ziemlich absurd, wenn ein Terroranschlag plötzlich wie ein Krieg (kann ja dann nur ein Angriffskrieg gewesen sein) gewertet wird. Zumindest lässt das andere Schlüsse hinsichtlich der wahren Absichten und Hintergründe zu. Afghanistan bildet ja auch die Ostflanke des Iran.

Und der Krieg im Irak ist von dieser Resolution sowieso nicht gedeckt. Der war eindeutig völkerrechtswidrig. Nur ist das Völkerrecht eben nicht mit dem nationalen Recht vergleichbar. Auf dieser Ebene gilt oft noch das Recht des Mächtigeren und die normative Kraft des Faktischen. Ob zB die Sezession des Kosovo völkerrechtlich legitim war ist eine akademische Frage, wenn hinterher die halbe Weltgemeinschaft (oder zumindest der Teil, auf den es für das entsprechende Land ankommt) den neuen Staat anerkennt. Kurzum: Das Völkerrecht kann von den Mächtigen beinahe nach Belieben ignoriert oder eben auch instrumentalisiert werden. Das ist aber ein Problem, das das Völkerrecht an sich betrifft, auf den jeweils anhand des Rechts zu bewertenden Einzelfall hat das erstmal keine Auswirkung.

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Beitrag von Ewald Mrnka »

Lioba hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:Aufgeblasener Wichtigtuer & Co.:

http://www.ksta.de/html/artikel/12584265765.shtml
?? Wo ist das Problem??
Es ist kein Problem, es ist ein aufgebauschtes Pseudoproblem.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Ewald Mrnka »

Peregrin hat geschrieben:
Das klingt alles sehr schlau, aber irgendwas kann daran nicht stimmen, wenn die USA seit dieser "Ächtung" offenbar straflos Krieg führen, wann, wo und wie sie wollen. Vielleicht ist es also doch eher Wortgeklingel, das nur von der Realität ablenken soll.
Neusprech, das in der Tat die Kriegsverbrechen von U$rael & seinen Satrapen legitimieren juristisch soll.

Juristen dienern sich gerne den Mächtigen an; sie hängen jedweden Schweinerein ein hübsches Mäntelchen um, das die dummen & Gutgläubigen anstaunen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Sempre
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Sempre »

Maurus hat geschrieben:Nur ist das Völkerrecht eben nicht mit dem nationalen Recht vergleichbar. Auf dieser Ebene gilt oft noch das Recht des Mächtigeren und die normative Kraft des Faktischen.
Ja, die normative Kraft des UN-Sicherheitsrates, der wiederum die faktische militärische Machtverteilung nicht ignorieren will.

Nach meinem Verständnis begeht der Jurist einen Fehler, wenn er seine technisch zweckgerichteten Definitionen im allgemeinen Sprachgebrauch als verbindlich ansieht. Er ist derjenige, der, wenn er Krieg sagt, besser Krieg gemäß aktueller juristischer Definition sagte. Er sollte schließlich den Unterschied zwischen Recht und Gesetz kennen, sowie auch die Prioritäten. Die gelten in analog der Sprache, wenn sie sich zum vernünftigen Gespräch eignen soll.

Gemäß der Sprache der Sprachrohre, die uns vollquasseln, ist ja z.B. Pakistan ein Verbündeter der moralisch höherstehenden Westmacht. Präsident Muscharraf hatte derweil erklärt, wie man zum Verbündeten wird: der US-Minister macht ein Angebot, das niemand ausschlagen kann: Oder wir bomben euch in die Steinzeit zurück.

Besonders in Deutschland hat man diesbezüglich einschlägige Erfahrung. Daher sagt man den Satrapen folgend: die Befreier.

Gruß
Sempre
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten

Beitrag von Ewald Mrnka »

Sempre hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Nur ist das Völkerrecht eben nicht mit dem nationalen Recht vergleichbar. Auf dieser Ebene gilt oft noch das Recht des Mächtigeren und die normative Kraft des Faktischen.
Ja, die normative Kraft des UN-Sicherheitsrates, der wiederum die faktische militärische Machtverteilung nicht ignorieren will.

Nach meinem Verständnis begeht der Jurist einen Fehler, wenn er seine technisch zweckgerichteten Definitionen im allgemeinen Sprachgebrauch als verbindlich ansieht. Er ist derjenige, der, wenn er Krieg sagt, besser Krieg gemäß aktueller juristischer Definition sagte. Er sollte schließlich den Unterschied zwischen Recht und Gesetz kennen, sowie auch die Prioritäten. Die gelten in analog der Sprache, wenn sie sich zum vernünftigen Gespräch eignen soll.

Gemäß der Sprache der Sprachrohre, die uns vollquasseln, ist ja z.B. Pakistan ein Verbündeter der moralisch höherstehenden Westmacht. Präsident Muscharraf hatte derweil erklärt, wie man zum Verbündeten wird: der US-Minister macht ein Angebot, das niemand ausschlagen kann: Oder wir bomben euch in die Steinzeit zurück.

Besonders in Deutschland hat man diesbezüglich einschlägige Erfahrung. Daher sagt man den Satrapen folgend: die Befreier.

Gruß
Sempre
Den Taliban in Afghanistan hatte man seinerzeit auch ein Angebot gemacht, das man eigentlich (vorausgesetzt man verzichtet vorübergehend oder besser unbefristet auf Ehre & Würde) nicht ablehnen kann.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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