Gamaliel hat geschrieben:Siehe dazu meinen Verweis (und das Folgeposting von Bernado), den ich vor einem Monat, aber inzwischen schon 110-Thread-Seiten

gebracht habe:
viewtopic.php?p=361730#p361730
Ja, das haben wir wirklich schon bis zur Ermüdung besprochen.
Selbstverständlich hat die zölibatäre Lebensform als solche traditionell eine beträchtliche Anziehungskraft auch auf Männer, die sich "nichts aus Frauen machen" - ohne das jetzt zunächst viel weiterreichend zu verstehen. Die zölibatäre Lebensweise bot eine gesellschaftlich anerkannte Art des Jungesellendaseins und ersparte einem unwillkommene Fragen, wann man denn zu heiraten gedenke oder ob man beim nächsten Bordellbesuch nicht mitkommen wolle.
Als einzige Motivation für das Anstreben des Priestertums ist das ntürlich keinesfalls ausreichend, aber als Zusatzmoment durchaus diskutabel. In einem gesellschaftlichen und vor allem kirchlichen Gesamtkontext, der die Forderung nach keuschem Lebenswandel hochhielt, mag das oft genug gut gegangen sein, zumal eine möglicherweise vorhandene homoerotische Tendenz in beiden Kontexten auch streng missbilligt wurde.
Das hat sich geändert mit der Pseudo-Versachlichung der Diskussion über Sexualität, wie sie auch von einigen der hier angeführten Autoren betrieben wurde, und die letztlich dazu geführt hat, daß nicht nur gesellschaftlich, sondern auch in weiten Bereichen der Kirche homosexualität als eine akzeptable Alternativform der ach so vielförmigen menschlichen Sexualität überhaupt verstanden wurde. Damit verschwand erst die gesellschaftliche und dann auch die kirchliche Missbilligung- und nun kamen immer öfter nicht nur die oben genannten eingefleischten Junggesellen in die Seminare, sondern auch prakizierende Homosexuelle, die es nach dem Leben in einer "Männergesellschaft" drängte.
In den USA weitreichend und in Deutschland punktuell ist es dadurch dazu gekommen, daß ganze Seminare von einer pink-mafia unterwandert wurden, die sich dort nicht nur nach Lust und Laune vergnügten, sondern auch Einfluss auf die Lehre und die Verkündigung nahmen. Natürlich nicht in so groben Worten, wie ich sie manchmal verwende, sondern eher in der Art des
Jeder Mensch muß lernen, seine Sexualität als Teil seiner Persönlichkeit anzunehmen und zu akzeptieren. Er muß sexuelle Empfindungen wahrnehmen lernen und auch reflektieren können. Vor allem müssen junge Menschen auch lernen, sie als Teil eines kommunikativen Geschehens zu sehen, an dem sie nicht alleine beteiligt sind.
Keinesfalls eindeutig, vielfach ausdeutbar und universell verwendbar. Man erkennt es ganz allgemein dafran, daß vom Menschen und seiner Sexualität viel, von Gott und seinen Geboten dagegen wenig die Rede ist.
Damit wurde dann eine Entwicklung verstärkt, die im Zölibat nur noch den Verzicht auf die Heirat und die Familie, aber nicht mehr auch auf das Ausleben der Sexualität verstand - und von daher wird wurde der Grundgedanke des Zölibats bis zur Unhaltbarkeit untergraben. Und es ist nicht nur logisch zulässig, sondern geradezu zwingend, in diesem Zusammenhang auf die Ausweitung dieser Tendenzen hinzuweisen, die bei den Episkopalen demnächst wohl den ersten "verpartnerten" Bischof hervorbringen wird.
Ich habe nicht wirklich etwas dagegen, wenn Leute meinen, diesen Weg gehen zu sollen, auf einen Irrtum im See der Häresien kommt es dann auch nicht mehr an. Nur die Kirche sollen sie damit verschonen.
Aber vielleicht topft das alles ein Moderator ja mal um an die richtige Stelle, denn wie aus dem prozentual gleich starken Vorkommen von Missbrauch bei katholischen, protestantischen und jüdischen Geistlichen zu ersehen ist, hat die zölibatäre Lebenweise mit dem Threadthema nichts zu tun.