Die Sünde gegen den Heiligen Geist
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Raimund J.
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Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Matthäus 12:
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31Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.
32Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.
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Was genau ist mit der "Sünde gegen den Heiligen Geist" gemeint?
Warum werden diese Sünden nicht vergeben?
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31Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.
32Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.
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Was genau ist mit der "Sünde gegen den Heiligen Geist" gemeint?
Warum werden diese Sünden nicht vergeben?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Traditionell werden folgende Sünden wider den heiligen Geist genannt.
1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen;
2. an der Gnade Gottes verzweifeln;
3. der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben;
4. seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen beneiden;
5. gegen heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben;
6. in der Unbußfertigkeit vorsätzlich verharren.
Wobei ich gesteh, zu 1. hätt ich gern eine Erklärung. Manchmal bin ich in der Versuchung "Na dann beicht ichs halt (über)morgen" zu sagen. Was aber wenn es nicht nur bei der Versuchung bleibt?
1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen;
2. an der Gnade Gottes verzweifeln;
3. der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben;
4. seinen Nächsten um der göttlichen Gnade willen beneiden;
5. gegen heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben;
6. in der Unbußfertigkeit vorsätzlich verharren.
Wobei ich gesteh, zu 1. hätt ich gern eine Erklärung. Manchmal bin ich in der Versuchung "Na dann beicht ichs halt (über)morgen" zu sagen. Was aber wenn es nicht nur bei der Versuchung bleibt?
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Ich würde eher sagen: Wenn jemand eine Sünde wider besseren Wissens nicht als solche ansehen will, weil er meint, Gottes Barmherzigkeit darüber stellen zu dürfen. Also: Vergebung ohne Reue.Linus hat geschrieben:
1. Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen;
...
Wobei ich gesteh, zu 1. hätt ich gern eine Erklärung. Manchmal bin ich in der Versuchung "Na dann beicht ichs halt (über)morgen" zu sagen. Was aber wenn es nicht nur bei der Versuchung bleibt?
Kannst Du mir mal den Unterschied zwischen Privatmeinung und dem Gegenteil davon erklären? Was soll das sein: Publikmeinung?Linus hat geschrieben:ist das deine Privatmeinung. oder mit authorisation aus der römischen katechesensammlung?
Es ist meine Interpretation dazu. Eine lehramtliche Auslegung würde mich auch interessieren.
@Baerchen: Zuhören, auch dem Lehramt, ist aber nicht gleich denken lassen. Denken lassen ist, wenn man schon vorher NEIN gesagt hat.
Linus war die offizielle Auslegung zumindest eine
Besser finde ich hier den WKK
Fiore
Besser finde ich hier den WKK
Lg1864 „Wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften" (Mk 3,29) [Vgl. Mt 12,32; Lk 12,10]. Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos; wer sich aber absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurück [Vgl. DeV 46.]. Eine solche Verhärtung kann zur Unbußfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben führen.
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
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Raimund J.
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Wie kann echte Reue erweckt werden?
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Nec laudibus, nec timore
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Gute Frage, so wie ich den Katechismus gelesen hab, unterscheidet die Kirche nicht zwischen echt und unecht sondern zwischen vollkommener und unvollkommener Reue (KKK 1492 ff) die Reue selbst bezeichnet sie als "der Seelenschmerz und der Abscheu über die begangene Sünde, verbunden mit dem Vorsatz, fortan nicht zu sündigen'' (K. v. Trient: DS 1676 zit n. KKK 1451 vgl KKK 1490)Raimund Josef H. hat geschrieben:Wie kann echte Reue erweckt werden?
Mit anderen Worten, wenn du zur Beichte gehst ist es idR schon ein Akt der Reue
hier noch ein Gebet aus dem Kompendium des Katechismus (im Anhang)
"Echte Reue" meine ich, ist schlicht und einfach das setzen eines (Reue-)Aktes. Wenn du beichten gehst, wenn du - unmittelbar nach dem du gesündigt hast - ein Gebet sprichst ("Herr es tut mir leid", "Herr Jesus Christus, Sohn Gottes erbarme dich meiner"), du versuchst das geschehene Unrecht möglichst gleich zu beseitigen,....Akt der Reue
Mein Gott, aus ganzem Herzen bereue ich alle meine Sünden, nicht nur wegen der gerechten Strafen, die ich dafür verdient habe, sondern vor allem, weil ich dich beleidigt habe, das höchste Gut, das würdig ist, über alles geliebt zu werden. Darum nehme ich mir fest vor, mit Hilfe deiner Gnade nicht mehr zu sündigen und die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden. Amen.
Wenn du dabei auch noch eine emotionale Zerknirschung empfindest, ist das gut, aber nicht verpflichtend. Der Glaube basiert ja aufgrund der Werke (=Akte, vgl Jak2,18+24, Joh 14,11), nicht auf einem Gefühl.
Reue ist vielmehr ein Willensakt, als ein Gefühlsakt.
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"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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Raimund J.
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Danke für diese Antwort!Linus hat geschrieben: Reue ist vielmehr ein Willensakt, als ein Gefühlsakt.
Ich war bislang immer eher auf der Schiene, Reue könne oder müsse vor allem ein Gefühlsakt sein, also einem mehr oder weniger unwillkürlich ergreifen, in Besitz nehmen.
Ein hochinteressantes Thema!
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
zu dem oben genannten "Seelenschmerz und der Abscheu über die begangene Sünde": ich denke es geht dabei um (man verzeihe mir die schwiemelige Ausdrucksweise) )ein "Offenhalten der Wunde, die die Sünde geschlagen hat, für die Liebe Gottes und die Heilung durch Ihn." Will sagen: jede Sünde, jede Verletzung durch Sünde (und Sünde ist zuerst das Selbstverletzen (weil man sich von Gottes Liebe entfernt) erst im zweiten Schritt eine "Beleidigung" Gottes), beinhaltet die Chance sich mehr (von Gott) lieben zu lassen, und dadurch auch mehr zu lieben.Raimund Josef H. hat geschrieben:Danke für diese Antwort!Linus hat geschrieben: Reue ist vielmehr ein Willensakt, als ein Gefühlsakt.
Ich war bislang immer eher auf der Schiene, Reue könne oder müsse vor allem ein Gefühlsakt sein, also einem mehr oder weniger unwillkürlich ergreifen, in Besitz nehmen.
Ein hochinteressantes Thema!
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Der Heilige Geist offenbart sich in Gottes Gesetz. Und wer über die Nächstenliebe lästert, hat selbst Probleme mit der Vergebung. Das ist eine logische Konsequenz.Raimund Josef H. hat geschrieben:Matthäus 12:
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31Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.
32Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.
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Was genau ist mit der "Sünde gegen den Heiligen Geist" gemeint?
Warum werden diese Sünden nicht vergeben?
Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
Ich finde die von Fiore vorgestellte Auslegung sehr gut.
Dass also durch die Nichtakzeptanz sich der Mensch das selber verbaut für immer. Jedoch wäre interessant, was "Lästern" damals alles bedeutete. Eventuell war ja die Nichtakzeptanz eine Lästerung.
Reue. Ich glaube, dass hierbei die Gnade Gottes eine Rolle spielt. Ich weiß nicht, ob der Mensch - evtl. ohne ein entsprechend traumatisierendes Erlebnis (das wohl wer veranlasst? - sich zur Reue bewegen kann.
Es ist eine hochinteressante Frage, die ich - so glaube ich - auch mal in einem andern Forum gestellt hatte.
Dass also durch die Nichtakzeptanz sich der Mensch das selber verbaut für immer. Jedoch wäre interessant, was "Lästern" damals alles bedeutete. Eventuell war ja die Nichtakzeptanz eine Lästerung.
Reue. Ich glaube, dass hierbei die Gnade Gottes eine Rolle spielt. Ich weiß nicht, ob der Mensch - evtl. ohne ein entsprechend traumatisierendes Erlebnis (das wohl wer veranlasst? - sich zur Reue bewegen kann.
Es ist eine hochinteressante Frage, die ich - so glaube ich - auch mal in einem andern Forum gestellt hatte.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben