FioreGraz hat geschrieben:Der Spruch zielt auf die Moralisten und Überkatholiken ab, die meinen man könne Sünde mit nem dicken Katalog beurteilen und brauche keine differnzierteren Sichtweisen.
Gerade zu diesem Zweck ist der Spruch jedoch denkbar ungeeignet, da in ihm selber in keinster Weise differenziert wird.
Es ist vielmehr so, daß mit dem Spruch der gesamte Dekalog „zum Abschuß freigegeben wird“. Da dies nun so ist, stellt sich - wie selbstverständlich - die Frage nach der Intention, die hinter diesem Spruch steht (stehen soll).
FioreGraz hat geschrieben:Es soll eine Provokation im Sinne des Salzes für jene sein die andere gerne mit ihrem moralistischem Getue nerven.
Also Provokation um der Provokation willen?
FioreGraz hat geschrieben:Denn die Sünde ist meines erachtens differenziert und individuell zu beruteilen, da reicht die Pallette im Lehramt ja vom kleineren Übel bis zur Todsünde und man sollte vorerst den Menschen und seine Situation kennen bevor man den Stab über ihn bricht.
Niemand hat hier „den Stab über irgendeinen Menschen gebrochen“, sondern es wird eine (Deine) Signatur in Frage gestellt!
FioreGraz hat geschrieben:Paulus sagt hier zu solch einer Problematik
Behalte deinen Glauben vor Gott für dich selbst. Wohl dem, der keine Gewissensbedenken bei dem hat, was er für recht hält!
(Röm 14,22)
Hiermit hast Du nun eine denkbar schlechte Stelle für die Verteidigung Deiner Position ausgesucht. Und dies aus mehreren Gründen:
1. In dieser Passage des Römerbriefes geht es um den Verzehr von Götzenopferfleisch; mithin eine Frage die nur marginal vom Dekalog tangiert wird. Paulus geht es hier um die Einheit der Gemeinde, die sich über diese Frage zerstritten hatte, und er rät
um des höheren Gutes der Einheit innerhalb der Gemeinde willen, den Glauben für sich zu behalten.
2. Schon der Halbsatz vor Deinem Zitat spricht sich für etwas aus, was Deiner Signatur widerspricht. Paulus formuliert: Es ist nicht gut, [.....] oder sonst etwas zu tun, wenn dein Bruder daran Anstoß nimmt. (Römer 14, 21) Wie läßt sich Deine Signatur damit vereinbaren, die doch nach Deinem eigenen Bekunden provokativ gemeint ist?
FioreGraz hat geschrieben:Man ist in erster Linie für sich selbst verantwortlichm und soll sich nicht alles einreden lassen. Wenn also einer die NAse voller Leidenschaft in Dinge steckt die ihm nichts angehen und ohne das er gefragt wird, kann man es auch mal auf die Spitze treiben.
Du kannst Dir sicher sein, daß die Nase nicht weiter hineingesteckt wird, als bis in die Signatur!
Dein Versuch jedoch, jedwede Diskussion über diese Deine Signatur abzuwürgen, ist zum Scheitern verurteilt, wenn Du selbige Signatur in einem Internetforum veröffentlichst.
FioreGraz hat geschrieben:Das ist der Grund und keine allgemeinaufforderung zur Sünde.
Selbstverständlich handelt es sich um einen allgemeine Aufforderung zur Sünde, mindestens jedoch um eine Verharmlosung sündigen Handelns.
FioreGraz hat geschrieben:Doch gerade mit der Liebe ist es vereinbar. Wir sündigen tagtäglich bewusst und unbewusst, die Trennung und Zurückweisung wäre ja ein Dauerzustand, ist sie aber nicht denn die Liebe deckt alles zu sofern man es zulässt. Wir sollen ja den Sünder lieben und mit Sünder ist nicht nur der Nächste sondern auch man selbst gemeint.
Auch hier liegst Du falsch, denn die Liebe deckt nicht alles zu!
Zwar spricht die Bibel davon, daß die Liebe viele Sünden zudeckt, aber eben nicht alle. Unter die nicht zugedeckten Sünden fallen bspw. die Sünden wider den heiligen Geist. Deine Signatur fordert zu einem Sündigen auf, welches auf die barmherzige Liebe Gottes vertraut. Genau dieses ist nach traditioneller katholischer Lehre eine Sünde wider den Heiligen Geist.
Was übrigens das Verhältnis von Liebe und Sünde anbetrifft, sind die Johannes-Briefe des Neuen Testaments sehr erhellend und zur Lektüre empfohlen!