Waterplanet hat geschrieben: ↑Mittwoch 12. August 2026, 20:18
Peduli hat geschrieben: ↑Mittwoch 12. August 2026, 09:28
Konkret:
Werden auch die Katholiken, die von der "Konzilskirche" zur FSSPX 'rübermachen, von FSSPX-Priestern erneut getauft?
Ggf.
sub conditionis?

Oder wird die Taufe der "Konzilskirche" von der FSSPX uneingeschränkt anerkannt?
Es wird sub conditione nachgetauft, wenn an der Gültigkeit der ursprünglichen Taufe Zweifel bestehen. Und da ist es egal, ob man von der Konzilskirche, einer protestantischen Gemeinschaft oder einer orientalischen Kirche kommt. Mir persönlich ist allerdings kein solcher Fall bekannt.
Bei Firmungen sieht das schon anders aus, da weiß ich sicher, daß auch s. c. nachgefirmt wird/wurde. Der nachkonziliare Firmritus scheint zweifelhafter zu sein, als der neue Taufritus.
Auch soll es den ein oder anderen "übergelaufenen" Priester geben, der s. c. nachgeweiht wurde, weil an der Gültigkeit seiner nachkonzils-Priesterweihe Zweifel bestanden.
...und nun bin ich gespannt, welchen Strick hieraus zu drehen Peduli und nomads nun wieder versuchen.
Das ist richtig.
Was die Taufe angeht, deren Form, wenn sie denn eingehalten wird, bei Konzilens zwar nicht geändert wurde, muß die konziliare Taufe mittlerweile leider genauso wie eine beliebige andere protestantische Taufe behandelt werden, d.h. daß in der Regel
sub condicione nachgetauft wird, nach Prüfung der Sachlage. Bei älteren Priestern, noch vor dem "Vatikanum II" geweiht und geformt, war das noch anders. Die sind aber inzwischen fast alle abberufen worden. Die jüngeren sind (generell) theologisch unbedarft und ohne jegliches Traditionsbewußtsein. Jetzt "taufen" oft "Diakone" oder "Priester", die alles nach Belieben ändern, wie wir aus den Beispielen der USA gesehen haben.
Für die Firmung ist die Sache komplizierter, da nicht nur die Form (die zwar geändert wurde, aber an sich nur zweifelhaft ist), sondern auch die Materie (Chrisam aus
Olivenöl und Balsam, von einem wahren
Bischof geweiht, man beachte das Unterstrichene) und der
debitus Minister (der Spender, nur der gültige Bischof) oft zweifelhaft sind.
Firmungen von einfachen Priestern (unter Verwendung des von einem Bischof geweihten Chrisams) sind in der lateinischen Kirche (für die unierten Orientalen gibt es je nach Fall ein Indult) außerhalb der vom CIC vorgesehenen Fällen (Pfarrer für Pfarrkinder in deren Todesgefahr, Missionare, und einiges mehr) schlicht ungültig. Da wird immer nachgefirmt, manchmal bedingungsweise.
Was aber die Nachweihe von konziliaren "Priestern" betrifft, mir sind bei den "Sedisvakantisten" sechs solcher Fälle bekannt, werden diese in der FSSPX (es gibt aber nur wenige), nur dann nachgeweiht, wenn sie selber darum bitten, weil sie einen Zweifel an ihrer Weihe haben.
In den Seminaren des IMBC (Verrua, 2 an der Zahl) und in Amerika (Bf. Sanborn (2) und Bf. Pivarunas (2) ) erhalten diese "Priester", oft nach einer Nachschulung von ein paar Jahren je nach ihrem Werdegang, absolut Tonsur, die niederen Weihen und den Subdiakonat, sodann bedingungsweise Diakonat und Presbyterat (Priesterweihe), innerhalb einer Messe.
Der verstorbene Bischof Williamson hat auch Dutzende von konziliaren Priestern nachgeweiht, dabei in der Regel aber nur die wesentlichen Worte der Weihepräfation mit der Handauflegung gesprochen, ohne sich um die andere Ordines zu kümmern. Das ist zwar gültig, aber irregulär. (Auch die Spendung der Priesterweihe außerhalb einer Messe ist irregulär.)